Trump zu Nordkorea-Konflikt: „Reden ist nicht die Antwort“

Trump zu Nordkorea-Konflikt: „Reden ist nicht die Antwort“

, aktualisiert 30. August 2017, 19:00 Uhr
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Gegenüber Nordkorea will der US-Präsident scheinbar auf keine diplomatische Lösung setzen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Weltsicherheitsrat verurteilt in einer Sondersitzung Nordkoreas jüngsten Raketentest. Südkorea und Japan wollen sich für neue Sanktionen einsetzen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un denkt schon an weitere Aktionen.

Washington/SeoulTrotz weltweiter Appelle zur Mäßigung verschärft sich der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA. US-Präsident Donald Trump erteilte dem von seinen zuständigen Ministern verfolgten diplomatischen Kurs zur Entschärfung des Konflikts am Mittwoch eine Absage. „Reden ist nicht die Antwort“, erklärte Trump auf Twitter. Die USA hätten mit Nordkorea verhandelt und über ein Vierteljahrhundert Unsummen an das Land gezahlt. Trump hatte schon am Dienstag betont, dass auch militärische Optionen auf dem Tisch lägen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verschärfte seinerseits den Ton und kündigte weitere Raketentests an. Innerhalb der US-Regierung wurden aber auch Differenzen deutlich. Führende Kongresspolitiker warfen dem Präsidenten unverantwortliche Rhetorik vor.

Kim sprach in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung von Krieg. Wie in jedem echten Krieg sei der Abschuss einer Mittelstreckenrakete über Japan hinweg nur der erste Schritt, um den Pazifik-Vorposten der USA auf der Insel Guam einzudämmen. Kim hatte schon damit gedroht, vier Raketen vor Guam niedergehen zu lassen. Dort unterhalten die USA eine wichtige Luftwaffenbasis. Den jüngsten Raketentest verteidigte Kim als Reaktion auf die Militärübungen Südkoreas und der USA. Man benötige weitere Tests mit Raketen, die im Pazifik einschlügen.

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Japan dringt nach dem jüngsten Raketentest auf eine Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea. Es sei eine „starke Resolution“ nötig, und er werde sich dazu mit den USA abstimmen, kündigte der UN-Botschafter Koro Bessho am Mittwoch in New York an. Auch andere Mitglieder des UN-Sicherheitsrates zeigten sich für ein weiteres Anziehen der Sanktionsschraube offen, obwohl die Strafmaßnahmen erst zu Monatsbeginn verschärft wurden. Der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft sagte, die bisherigen Sanktionen hätten nicht zum Einlenken der Führung in Pjöngjang geführt. „Die Zeit ist reif, weitere Beschränkungen in Betracht zu ziehen.“

Die Befürworter einer weiteren Verschärfung argumentieren, dass der jüngste Raketentest von Dienstag sich in wichtigen Punkten von bisherigen unterscheide: So sei – anders als bei einem ähnlichen Zwischenfall 2009 – keine vorherige Warnung gegeben worden, dass Japan von einer Rakete überflogen werde. Zudem habe es sich diesmal um eine Rakete zum Transport eines Sprengkopfs gehandelt und nicht, wie von Nordkorea 2009 angegeben, um eine Trägerrakete für einen Satelliten.

Neue Sanktionen würden wahrscheinlich auf den Widerstand von Russland und China stoßen, die eine Verschärfung bestehender Strafen in der Regel erst bei Atomtests oder dem Abfeuern von Langstreckenraketen befürworten. Sollte es dennoch zu neuen Sanktionen kommen, könnten diese das Überweisungen nordkoreanischer Arbeiter in die Heimat betreffen. Diplomaten zufolge arbeiten bis zu 100.000 Nordkoreaner teilweise zwangsweise im Ausland, um Devisen zu beschaffen. Einem UN-Bericht von 2015 zufolge verdienen die vor allem in Russland und China arbeitenden Menschen 1,2 bis 2,3 Milliarden Dollar pro Jahr.

Quelle:  Handelsblatt Online
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