Trumps Russland-Affäre: Der Sohn, der Berater und ein Spion

Trumps Russland-Affäre: Der Sohn, der Berater und ein Spion

, aktualisiert 15. Juli 2017, 09:57 Uhr
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Der US-Präsident schaute nach seiner Rückkehr aus Europa am Freitag bei einem Golfturnier vorbei.

von Britta WeddelingQuelle:Handelsblatt Online

An dem umstrittenen Russland-Treffen hat neben Jared Kushner und Donald Trump Jr. wohl auch ein Ex-Spion der Sowjets teilgenommen. Das setzt den Beraterstab des US-Präsidenten weiter unter Druck.

San FranciscoWie die Tech-Bosse aus Silicon Valley hockt auch der Rest der Welt vor dem Twitter-Account von US-Präsident Donald Trump und wartet darauf, welchen Wahnsinn der Mann als nächstes von sich gibt. Die Aufregung ist inzwischen so groß, dass sich Twitter-Chef Jack Dorsey öffentlich die Frage gefallen lassen muss, ob die Trump-Exzesse nicht inzwischen geschäftsschädigend seien und er den Account des Politikers wegen einer Verletzung der Nutzerbedingungen nicht sperren müssen.

Twitter will sich zu der Causa offiziell nicht äußern, verweist allgemein auf die Meinungsfreiheit. Doch dem kriselnden Dienst dürfte es nützen, dass die Twitter-Exzesse von Trump ihn immer wieder in die Mitte des weltpolitischen Diskurses rücken. Und auch Trump hilft das öffentliche Erregungslevel, es hat nach Ansicht von Experten sogar Methode. „Trump nutzt die sozialen Medien, um von seinem Versagen als Politiker abzulenken, die Menschen sollen sich über die Bilder ereifern, in denen er CNN verprügelt, damit sie nicht sehen, wie er als Politiker scheitert“, stellt Keegan Goudiss fest, Digitalstratege aus Washington, unter anderem im Dienst des unterlegenen Demokraten Bernie Sanders.

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Probleme hat Trump freilich genug, einige von ihnen werden sogar immer größer. Besonders schwer wiegt der schwelende Russland-Skandal, der Trump und Frau Melania sogar bis nach Paris verfolgte, wo sie sich mit dem französischen Präsident Emmanuel Macron trafen. Donald Trump Jr., der Sohn des Präsidenten und einer seiner engsten Berater, hatte sich im Wahlkampf mit der russischen Anwältin Natalia Wesselnitzkaja getroffen, weil ihm die Frau belastbares Material der Russen über Hillary Clinton in Aussicht gestellt hatte, der demokratische Rivalin im Rennen um das Präsidentenamt.

Bislang hatte die US-Regierung die Vorwürfe als haltlos hingestellt. Doch inzwischen unterläuft Trump Jr. höchstselbst diese Verteidigungslinie. Gegenüber Fox News räumte er ein, dass er „die Dinge wohl etwas anders“ hätte angehen sollen und legte seinen E-Mail-Verkehr mit einem Kontaktmann der russischen Regierung offen. Das erhärtete den Vorwurf, dass Mitglieder aus Trumps-Wahlkampfteam bereit gewesen sein könnten, mit Russland zusammenzuarbeiten, um seiner Konkurrentin zu schaden.

Trump sah sich gezwungen, den Sohn zu verteidigen, lobte dessen Transparenz und verteufelte die Causa als „Hexenjagd“ der Medien. Doch schon am Freitag wurden weitere Details zu dem pikanten Treffen bekannt. Der russisch-amerikanische Lobbyist Rinat Achmetschin bestätigte gegenüber der „Washington Post“, an dem umstrittenen Termin teilgenommen zu haben. Laut US-Sender NBC handele es sich bei dem Mann um einen ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter, der im Militär gedient habe. Er soll, schreibt die „Post“, der russischen Anwältin bei der Verteidigung eines russischen Geschäftsmanns geholfen haben, der sich gegen den Vorwurf der Geldwäsche verteidigen muss. Damit gerät der engste Beraterzirkel von Trump weiter unter Druck.

Trumps damaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort und Trumps Schwiegersohn Jared, die dem Treffen ebenso beigewohnt hatten, werden mehr und mehr zur Belastung. Die zwei Trump-Vertrauten müssen sich vor dem Geheimdienstausschuss des Senats für ihr eigenartiges Treiben verantworten – und ihr noch seltsameres Wertesystem.

Es lässt tief blicken, dass Kushner seinen politischen Einfluss ebenfalls nutzte, um die Geschäfte seines Bruders anzukurbeln. Wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf die Datenbank Dow Jones VentureSource berichtete, hatte Kushner Zachary Bookman, dem Chef des Start-ups OpenGov, an dem sein Bruder Joshua Kushner beteiligt ist, einen der begehrten Plätze beim Treffen der Tech-Größen am 20. Juni mit Trump organisiert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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