Donald Trump gegen Ted Cruz: Showdown der Hardliner

Donald Trump gegen Ted Cruz: Showdown der Hardliner

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Donald Trump gegen Ted Cruz.

von Tim Rahmann

Die Stunde der Wahrheit ist gekommen: Nach Monaten des verbalen Kampfes finden in Iowa die ersten Vorwahlen zur US-Wahl statt. Wie groß sind Donald Trumps Siegchancen?

Ganz Amerika spricht über Donald Trump. Selbst wenn er gar nicht anwesend ist – wie bei der letzten TV-Debatte der Republikaner in Iowa –, gibt es nur ein Thema: Trump. Nach einem bizarren Streit mit einer Journalistin und deren Sender, FoxNews, sagte der Möchtegern-Präsident seine Teilnahme an der Debatte ab. Seine Konkurrenten zogen über Trump her. Ted Cruz etwa, der erzkonservative Senator aus Texas, nannte Trump „einen Feigling“. Wenn er nicht mal mit der Kritik einer Journalistin leben könne, wie wolle der Milliardär dann einem politischen Schwergewicht wie Vladimir Putin die Stirn bieten?, fragte der Texaner. Jeb Bush assistierte während der TV-Debatte und machte sich über den Immobilientycoon lustig. „Ich vermisse ihn. Er war ein bisschen wie ein Teddybär für mich.“

Das Problem seiner Konkurrenten: Ihre Attacken scheinen Trump nichts anzuhaben. Bislang perlen die Vorwürfe an dem Milliardär und seinen Umfrageerfolgen ab. Im Gegenteil: Der 69-Jährige spielt wie kein Zweiter mit den Medien und den Klischees. Er wittert eine Kampagne, ein Angriff der Elite auf ihn, den Kämpfer des kleinen Mannes. Eine Botschaft, die ankommt in Zeiten, in denen „Lügenpresse“ ein gängiger Begriff ist. Bis zuletzt liegt Trump in allen Umfragen weit vorne.

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Donald Trump Arrogant, gnadenlos – und schrecklich erfolgreich

Milliardär Donald Trump baut seinen Vorsprung in den Umfragen aus. Seine Gegner, moderate Republikaner und Großspender, suchen nach Angriffspunkten – und könnten in einer neuen Biographie über Trump fündig werden.

Republikaner-Liebling Donald Trump will USA-Präsident werden. Quelle: Bloomberg

In der aktuellsten Erhebung von „NBC/Wall Street Journal/ Marist“ kommt Trump auf 32 Prozent und hat damit sieben Prozent Vorsprung vor seinem ärgsten Rivalen Ted Cruz, der mit 25 Prozent der Stimmen rechnen kann.

Die spannende Frage ist, ob der Anti-Establishment-Politiker die Umfrageergebnisse auch in Wählerstimmen ummünzen kann. Am Montag finden in Iowa die ersten Vorwahlen statt, sowohl bei den Demokraten – hier streiten Hillary Clinton, Bernie Sanders und Martin O‘Malley – als auch bei den Republikanern. Während in den meisten Bundesstaaten klassische Wahlen stattfinden, gibt es in Iowa den so genannten „Caucus“.

Den „Caucus“ als Instrument für die Bestimmung von Parteikandidaten gibt es in den USA seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um kleine Parteiversammlungen. Sie finden in Turnhallen, Feuerwehrhäusern oder – in besonders ländlichen Gegenden – durchaus auch in der Küche eines Bauernhofes statt.

Am Ende der Versammlung müssen die Teilnehmer darüber abstimmen, welchen Bewerber sie für am überzeugendsten halten. „Da müssen die Wähler Position beziehen, es wird zum Teil lautstark diskutiert – und persönlich gefragt: ,Warum unterstützt du folgenden Kandidaten?‘“, erklärt Martin Thunert, Dozent und Politikwissenschaftler am „Center for American Studies“ der Universität Heidelberg. Durch seinen speziellen Charakter sind diese Vorwahlen für Meinungsforscher schwer vorhersagbar.

Das gilt insbesondere für die Wahlchancen von Donald Trump. Der Grund: Wie der Milliardär sind seine potenziellen Wähler unberechenbar.

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