Wechselkurse: Der beste Indikator für die US-Wahl kommt aus Mexiko

us-wahlWechselkurse: Der beste Indikator für die US-Wahl kommt aus Mexiko

von Konrad Fischer

Wer schnell wissen will, ob Trump oder Clinton die Wahl gewinnt, sollte statt auf Wahlumfragen lieber und auf die Wechselkurse schauen.

Wenn die Wahllokale in den USA schließen, ist das Rennen zwischen den Bewerbern Donald Trump und Hillary Clinton entschieden, für die Zuschauer aber stellt sich dann die Frage: Wie erfahre ich es am schnellsten?

Die großen Fernsehsender in den USA beschäftigen zwar hunderte Mitarbeiter, die sie mit Umfrageergebnissen aus den einzelnen Staaten versorgen, in Washington beugen sich die anerkanntesten Wissenschaftler über diese und ziehen ihre Schlüsse. Für mindestens ein paar Stunden aber bleibt all das Spekulation. Und mit denen lagen die Wahlforscher zuletzt häufiger mal deutlich daneben.

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Vor allem dann, wenn sich plötzlich Wählergruppen beteiligen, die vorher nicht an die Urnen gingen, tun sich die Prognostiker schwer. So lagen sie in Deutschland zuletzt vor allem bei den Prognosen für die AfD daneben, gleiches gilt für andere rechtspopulistische Parteien in Europa. Auch bei der Brexit-Abstimmung wurde sehr lange ein Sieg der EU-Befürworter vorhergesagt, am Ende kam es genau andersherum.

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Hillary Clinton hat beim ersten Auftritt nach der Wahlniederlage Fassung gewahrt. Sie bedankte sich beim amerikanischen Volk dafür, dass sie Kandidatin sein durfte - und bot Wahlsieger Donald Trump Zusammenarbeit an.

Hillary Clinton Quelle: REUTERS

Das Brexit-Fiasko der Wahlforscher hat aber zugleich einen anderen Indikator ins Rampenlicht gebracht: die Wechselkurse. Schon mitten in der Nacht, als die Wahlhelfer noch Stimmen zählten und die Institute glaubten, dass die Briten in der EU bleiben würden, begann das britische Pfund drastisch an Wert zu verlieren. Ein paar Stunden später zeigte sich, dass die Märkte den Braten früher gerochen hatten als jedes Wahlforschungsinstitut. 52 Prozent der Britten stimmten für einen EU-Austritt.

Es blieb die Erkenntnis: Meinungsforscher können unter vielen Bedingungen ziemlich genaue Vorhersagen machen, wenn aber neuartige Strömungen entstehen, sehen sie schlecht aus.

Die Märkte hingegen bilden jede Stimmung ab – zumindest irgendwie. Und genau darin liegt die Crux der Signale vom Finanzmarkt: Sie sind stets ein Abbild aller möglichen Einflüsse. Um eindeutig von Marktveränderungen auf die Ursache schließen zu können, muss diese alle anderen Einflüsse überstrahlen. Beim Brexit, vor dem sich die gesamte Wirtschaft in seltener Einmütigkeit fürchtete, war das der Fall. Bei der deutschen Bundestagswahl wird es eher nicht der Fall sein, zu marginal wären die Unterschiede zwischen den politischen Programmen der Parteien.

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In den USA fällt die Entscheidung schwer, was die Marktsignale wirklich zu bedeuten haben: Einerseits haben die Märkte in der Vergangenheit eher auf die Republikaner gesetzt, andererseits sind sie dieses Mal in großer Furcht vor dem speziellen Kandidaten Trump.

Tendenziell hat die Wall Street daher in den vergangenen Wochen auf gute Nachrichten für Clinton mit Kurszuwächsen reagiert. Hinzu kommt die lähmende Wirkung des Wahlkampfes selbst: Nach den vergangenen Abstimmung sind die Kurse immer gestiegen, egal wer gewann. Zumindest war endlich Ruhe.

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