Vor Biden-Besuch in Ankara: Türkei-Offensive in Syrien

Vor Biden-Besuch in Ankara: Türkei-Offensive in Syrien

, aktualisiert 24. August 2016, 09:55 Uhr
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Die Türkei ist mit Panzern auf syrisches Gebiet vorgedrungen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Türkei bombardiert die vom IS kontrollierte syrische Stadt Dscharablus. Die Stadt ist eine der letzten größeren Bastionen der Terrormiliz an der türkisch-syrischen Grenze. Dort will Ankara für Sicherheit sorgen.

IstanbulWenige Stunden vor dem Besuch von US-Vizepräsident Joe Biden in Ankara hat die türkische Armee eine Offensive gegen die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehaltene syrische Grenzstadt Dscharablus begonnen. Nach intensivem Artilleriebeschuss hätten türkische Kampfjets gemeinsam mit der US-geführten Koalition IS-Ziele in der Region bombardiert, berichteten türkische Nachrichtensender am Mittwochmorgen.

Ziel der Operation sei es, den IS aus Dscharablus zu vertreiben und für Sicherheit an der türkisch-syrischen Grenze zu sorgen, hieß es in den Berichten unter Berufung auf das Amt des Ministerpräsidenten.

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Dscharablus ist eine der letzten größeren Bastionen des Islamischen Staates (IS) an der Grenze zur Türkei. Der Ort liegt rund 35 Kilometer nördlich der Stadt Manbidsch, die erst kürzlich von einem Bündnis unter Führung der syrischen Kurden-Miliz YPG zurückerorbert worden war.

Die Kurdenmiliz ist ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen den IS in Syrien. Ankara möchte dagegen, dass Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) die vom IS gehaltenen Gebiete im türisch-syrischen Grenzgebiet einnehmen.

Keine Bestätigung gab es am Mittwoch zunächst für Berichte, dass auch türkische Spezialeinheiten die Grenze überschritten hätten. Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte erst am Dienstag erklärt, die Türkei sei bereit, eine Operation gegen Dscharablus „mit allen Mitteln“ zu unterstützen.

Allerdings hat die Türkei mehrfach vor einem weiteren Vorrücken der Kurdenmilizen gewarnt. Ankara sieht die YPG ebenso wie die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK als terroristisch an und will unter allen Umständen vermeiden, dass an seiner Südgrenze ein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet der Kurden entsteht. Erst Anfang der Woche hatte die Türkei Stellungen der Kurdenmiliz in der Nähe der Stadt Manbidsch beschossen.

Am Dienstag waren mehrere Mörsergranaten auf den der syrischen Stadt Dscharablus direkt gegenüberliegenden türkischen Grenzort Karkamis abgefeuert worden. Auch in der weiter westlich gelegenen Grenzstadt Kilis waren erstmals sei Monaten wieder Raketen eingeschlagen. Menschen kamen in beiden Fällen nicht zu Schaden. Allerdings verließen viele der 3000 Bewohner von Karkamis den Ort, nachdem die Behörden davor gewarnt hatten, auf die Straße zu gehen. Die türkische Armee hatte auf die Möserangriffe mit einem Beschuss von IS-Stellungen in Dscharablus reagiert.

Bereits nach dem Terroranschlag in Gaziantep mit mehr als 50 Toten am Wochenende hatte Außenminister Cavusoglu gefordert, die Grenze zu Syrien müsse vollständig vom IS „gesäubert“ werden. Ministerpräsident Binali Yildirim kündigte zudem an, dass sich die Türkei „aktiver“ in eine Lösung des Syrien-Konfliktes einbringen werde.

Yildirim ist am Mittwoch einer der Gesprächspartner von US-Vizepräsident Biden. Am Nachmittag kommt Biden mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammen. Zuvor will er dem Parlament in Ankara einen Besuch abstatten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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