Yücel-Haft: Welt-Verlag klagt in der Türkei

Yücel-Haft: Welt-Verlag klagt in der Türkei

, aktualisiert 05. August 2017, 14:05 Uhr
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Der aus Flörsheim stammende Türkei-Korrespondent der in Berlin erscheinenden Zeitung «Die Welt» wurde Mitte Februar in Istanbul festgenommen. Seit Anfang März sitzt er unter dem Verdacht der Terrorpropaganda in Haft.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Verhaftung des Journalisten Yücel sorgte für große Bestürzung. Sein Arbeitgeber hat nun Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingelegt. Der Verlag beanstandet die Verletzung der Pressefreiheit.

BerlinAuch der Verlag der Zeitungen „Die Welt" und „Welt am Sonntag“ hat wegen der inzwischen rund ein halbes Jahr andauernden Inhaftierung seines Korrespondenten Deniz Yücel in der Türkei Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg eingereicht. Die WeltN24 GmbH beanstande eine Verletzung ihrer Presse- und Berichterstattungsfreiheit, weil die grundlose Inhaftierung eine unmittelbare Vor-Ort-Berichterstattung aus der Türkei unmöglich mache, erklärte das Unternehmen in der „Welt“ vom Samstag. Der deutsch-türkische Journalist, der seit Mitte Februar in Untersuchungshaft sitzt, klagt selbst vor dem EGMR gegen seine Inhaftierung und wird dabei von der Bundesregierung unterstützt.

„Wir nutzen alle rechtlichen Mittel, um die Berichterstattungsfreiheit sowohl Deniz Yücels als auch des Verlags zu verteidigen“, sagte WeltN24-Geschäftsführerin Stephanie Caspar. „Es darf nicht tatenlos hingenommen werden, dass ein Journalist ins Gefängnis kommt, bloß weil er seine Arbeit macht.“

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Die Türkei beschuldigt ihn, Terrorpropaganda verbreitet und zur „Aufwiegelung der Bevölkerung“ beigetragen zu haben. Die Bundesregierung hatte kürzlich, nicht zuletzt als Reaktion auf die Inhaftierung Yücels und des Menschenrechtlers Peter Steudtner, eine Neuausrichtung ihrer Türkei-Politik angekündigt und unter anderem ihre Reisehinweise verschärft.

Nach dem Putschversuch vor einem Jahr sind mehr als 150.000 Türken aus ihren Ämtern im Staatsdienst entlassen und Zehntausende verhaftet worden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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