Anhänger des 1. FC Lokomotive in Leipzig: Sächsischer Grünen-Chef von Hooligans attackiert

Anhänger des 1. FC Lokomotive in Leipzig: Sächsischer Grünen-Chef von Hooligans attackiert

, aktualisiert 07. November 2016, 16:59 Uhr
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Sachsens Grünen-Chef hatte den Hooligan-Angriff in einem Zug selbst öffentlich gemacht.

Quelle:Handelsblatt Online

Der sächsische Grünen-Chef Jürgen Kasek ist in einem Zug von Hooligans angegangen worden. Der Politiker engagiert sich gegen Rechts. Die Bundespolizei ermittelt wegen versuchter Körperverletzung.

Leipzig/NaumburgDie Bundespolizei ermittelt nach einer Attacke von Hooligans auf den sächsischen Grünen-Chef Jürgen Kasek in einem Regionalzug wegen versuchter Körperverletzung. Es würden Bilder der Videoüberwachung aus dem Zug ausgewertet, teilte die Bundespolizei in Pirna am Montag mit. Konkrete Tatverdächtige seien vorerst nicht bekannt.

Anhänger des 1. FC Lokomotive in Leipzig seien am Sonntag sofort auf den Grünen-Politiker losgegangen, als dieser mit drei Begleitern in Naumburg in den Zug stieg. Aus der Menge sei eine leere Plastikflasche geworfen worden. Kasek engagiert sich vielfältig gegen Rechtsextremismus und Rassismus.

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Der Grünen-Politiker hatte den Angriff selbst öffentlich gemacht. Er sei von der Flasche am Kopf getroffen worden. Der Regionalzug sei voll mit ihm zum Teil bekannten Hooligans des 1. FC Lokomotive Leipzig gewesen. Er sei sofort erkannt worden, und es sei ein Tumult losgebrochen. Bundespolizisten hätten das Grünen-Quartett schließlich des Zuges verwiesen. „Ich glaube, es ging ihnen primär darum, die Situation aufzulösen“, sagte Kasek.

Nach Angaben der Bundespolizei saßen etwa 210 Lok-Anhänger in dem Zug. Sie kamen vom Lok-Spiel gegen Carl Zeiss Jena. Es habe „verbale Provokationen“ gegen Kasek gegeben. Der Grünen-Chef war zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Monika Lazar, der Leipziger Grünen-Politikerin Christin Melcher und einem weiteren Grünen-Mitglied auf der Rückreise vom Urwahl-Forum der Partei in Erfurt. Die Bundespolizisten im Zug hätten erst hinterher erfahren, um wen es sich bei der Gruppe handelte.

Die Situation im Zug sei „sehr, sehr unangenehm“ gewesen, sagte Kasek. Er wollte ebenso wie Lazar und Melcher Anzeige erstatten. Einschüchtern lasse er sich jedoch nicht. „Ein Rückzug ist für mich keine Alternative“, sagte er. Noch in der Nacht von Sonntag auf Montag sei im Internet und auf Facebook eine weitere Welle von Beleidigungen und Bedrohungen gegen ihn hochgeschwappt. Auch darauf werde er mit Anzeigen reagieren.

Quelle:  Handelsblatt Online
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