Blockchain: Technologie mit Tücken

Blockchain: Technologie mit Tücken

, aktualisiert 03. Januar 2017, 15:53 Uhr
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Bitcoin ist bislang das bekannteste Anwendungsbeispiel.

von Klaus StratmannQuelle:Handelsblatt Online

Das Thema Blockchain liegt voll im Trend. Insbesondere die Finanzbranche wittert dank der Technologie neue Möglichkeiten. Doch eine neue Studie zeigt: Das System bietet nicht nur Vorteile.

BerlinBilliger, schneller, sicherer – diese Attribute sprechen für die Blockchain-Technologie. Allerdings hat die Technologie nicht nur Vorteile. Sie biete „zwar enorme Möglichkeiten, um Finanztransaktionen via Internet kostengünstig und schnell abzuwickeln. Der Ausbreitung der Technologie steht aber ein begrenzender Faktor im Wege: der hohe Stromverbrauch“, sagte Markus Demary vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln dem Handelsblatt.

Demary kommt in einer bislang unveröffentlichten Studie zu einem verblüffenden Ergebnis: Wenn tatsächlich die Hälfte der Weltbevölkerung, die derzeit nicht über ein eigenes Konto verfügt, eines Tages die Blockchain-Technologie nutzte, dann würde dafür mehr Strom verbraucht als heute insgesamt produziert wird. „Schon wenn nur zehn Prozent der Weltbevölkerung auf die Blockchain-Technologie setzten, würden dafür 22,9 Prozent der weltweiten Stromproduktion in Anspruch genommen“, rechnet Demary vor.

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Die Werte seien alarmierend hoch, spielten aber in der öffentlichen Debatte bislang kaum ein Rolle, kritisierte der IW-Experte. Demary hat für seine Untersuchung eine Reihe weltweiter Studien ausgewertet. Übereinstimmend wird davon ausgegangen, dass der Einsatz der Blockchain-Technologie in den kommenden Jahren sprunghaft ansteigen wird.

Die Technologie ermöglicht es Verbrauchern oder Unternehmen, Geld, Produkte oder Dienstleistungen per digitalem Vertrag auszutauschen – ohne dass es eines zentralen Vermittlers, etwa einer Bank, bedarf.

Das System der Blockchain ist bisher vor allem durch die digitale Währung Bitcoin bekannt. Sie funktioniert wie eine Art Buch, in dem Transaktionen aufgeschrieben werden. Dieses Buch gehört aber nicht einem einzigen Besitzer, sondern Hunderten bis Millionen. Wenn eine neue Transaktion gemacht wird, gilt diese erst dann als vollzogen, wenn eine Mehrheit der Besitzer des Buches die Transaktion verifiziert hat – so soll Betrug ausgeschlossen werden. Wer bei einer bestehenden Blockchain mitmachen will, muss sich nur eine Software runterladen. Die simpelste Form der Blockchain ist der Austausch von Geld oder Verträgen. Die Finanzwirtschaft gilt als die Branche, die bisher am meisten mit der Technologie experimentiert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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