Burka-Debatte: Merkel fordert Achtung vor der Religionsfreiheit

Burka-Debatte: Merkel fordert Achtung vor der Religionsfreiheit

, aktualisiert 14. September 2016, 13:47 Uhr
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Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnt zur Besonnenheit in der Burka-Debatte.

Quelle:Handelsblatt Online

In der Debatte um ein Burka-Verbot hat Kanzlerin Merkel zur Besonnenheit aufgerufen. In der Vollverschleierung sieht sie zwar ein Integrationshindernis. Die Religionsfreiheit müsse trotzdem unbedingt verteidigt werden.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat die Vollverschleierung von Muslima als großes Integrationshindernis bezeichnet, zugleich aber die Achtung der Religionsfreiheit angemahnt. Diese müsse als Grundprinzip der freiheitlichen Ordnung in Deutschland unbedingt verteidigt und weltweit vertreten werden, forderte die CDU-Vorsitzende in einer Veranstaltung der Unions-Bundestagsfraktion in Berlin. „Gelebte Vielfalt ist die logische Konsequenz von Freiheit“, sagte Merkel.

Eine Einschränkung dieser Vielfalt habe „gravierende Folgen für unsere freiheitlichen Prinzipien. Ich kann nur davor warnen, mit vermeintlich einfachen Mitteln das Rad derzeit zurückdrehen zu wollen“, warnte Merkel. In der Burka-Debatte müsse der Staat deshalb sehr präzise formulieren, in welchen Bereichen eine Vollverschleierung nicht akzeptabel sei. Hintergrund sind Forderungen aus der Union und rechtspopulistischen Parteien nach einem generellen Burka-Verbot.

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Zur Religionsfreiheit gehöre neben dem gegenseitigen Respekt auch die Möglichkeit, seinen Glauben zu wechseln oder abzulegen, sagte Merkel. Zudem müsse man die Sorgen der jüdischen Gemeinden vor wachsendem Antisemitismus ernst nehmen, sagte sie mit Blick auf die Befürchtung, der Antisemitismus nehme mit der Zahl muslimischer Flüchtlinge aus dem Nahen Osten zu.

Um Toleranz zwischen allen Bevölkerungsgruppen zu fördern, sei Aufklärung und eine Ausbildung etwa von Imamen in Deutschland nötig. Merkel sprach sich auch für mehr islamischen Religionsunterricht in den Schulen aus. „Ich bin fest davon überzeugt: Je besser die religiöse Bildung, desto fundierter auch der Dialog zwischen den Glaubensgemeinschaften und desto größer das gegenseitige Verständnis“, sagte sie.

Quelle:  Handelsblatt Online
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