Digitalisierung an Schulen: Gewerkschaftsbund kritisiert Bund-Länder-Unterschiede

Digitalisierung an Schulen: Gewerkschaftsbund kritisiert Bund-Länder-Unterschiede

, aktualisiert 12. Oktober 2016, 07:43 Uhr
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Für Computer und WLAN in allen 40.000 Schulen will der Bund bis 2021 fünf Milliarden Euro bereitstellen.

Quelle:Handelsblatt Online

Bei der Ausstattung der Schulen mit Internet und Computern gibt es zwischen den Bundesländern enorme Unterschiede. Bildungsministerin Wanka will mit Milliardensummen nachhelfen. Doch nicht alle sind begeistert.

BerlinDer Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert das geplante Digitalisierungsprogramm von Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) für Deutschlands Schulen als unzureichend. „Wo in Klassenzimmern der Schimmel die Wände hochkriecht und Schulklos verstopft sind, reicht es nicht, Tablets und WLAN bereitzustellen“, sagte DGB-Vizechefin Elke Hannack der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Wanka will ihre Pläne an diesem Mittwoch in Berlin vorstellen. Zwischen den Bundesländern gibt es bei der Digitalisierung an Schulen enorme Unterschiede.

Hannack sagte, der Digital-Pakt sei ein erster, richtiger Schritt. „Er kann aber nur ein Teil einer dringend notwendigen, umfassenden Bildungsstrategie sein.“ Für Computer und WLAN in allen 40.000 Schulen will der Bund bis 2021 fünf Milliarden Euro bereitstellen, wie Wanka bereits angekündigt hatte.

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Hannack forderte darüber hinaus Programme zur Sanierung der Schulen und für mehr Sozialarbeit vor allem an Brennpunktschulen. An den Schulen gebe es bereits einen Sanierungsstau von rund 34 Milliarden Euro, sagte sie unter Berufung auf die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). „Die Kommunen allein sind mit der Sanierung der Schulen überfordert.“

Zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede, was die Ausstattung der Schulen mit Computern und Internet anbelangt. Die Lehrer in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Rheinland-Pfalz waren zuletzt am zufriedensten mit der IT-Ausstattung ihrer Schulen. Hier halten jeweils rund zwei von drei Pädagogen die Ausstattung für ausreichend. Nur rund 40 Prozent sind es in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Die anderen Länder befinden sich hierbei im Mittelfeld. Das zeigt eine im vergangenen Jahr vorgelegte Studie „Schule digital“ im Auftrag der Deutsche Telekom Stiftung.

Die Zustimmungsraten zum Internetzugang liegen demnach noch weiter auseinander. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein finden nur zwei von fünf Lehrern, dass der Internetzugang an ihrer Schule schnell und stabil genug ist. In der mittleren Länder-Gruppe liegt der Durchschnitt bei 62 Prozent, für die Länder der oberen Gruppe - das sind Bremen, Hamburg, Hessen und Rheinland-Pfalz - bei immerhin 82,3 Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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