FDP: Ultimatum für FDP-Chef Philipp Rösler

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Ein gutes Jahr nach seinem Amtsantritt als freidemokratischer Vorsitzender droht Philipp Rösler die Ablösung.

von Henning Krumrey

Bis zum Frühjahr hat der FDP-Vorsitzende Zeit, die Liberalen aus dem bundesweiten Umfragetief zu führen. Sonst droht ihm die Ablösung.

Es war eine Dramaturgie, wie nur der Zufall sie zustande bringen kann. Kaum hatte der liberale Wunderheiler Christian Lindner das Podium der FDP-Wahlparty im Düsseldorfer Zollhof verlassen, erschien auf den aufgestellten Monitoren sein Bundesvorsitzender Philipp Rösler. Doch die Übertragung aus der Berliner Parteizentrale wollte da im Lande Lindner schon niemand mehr sehen oder hören. Unbeachtet vom feiernden Publikum flimmerte Rösler über die Bildschirme.

Die ungewollte Symbolik ist eindeutig. Ein gutes Jahr nach seinem Amtsantritt als freidemokratischer Vorsitzender ist nicht mehr Rösler der Hoffnungsträger der FDP, sondern sein früherer Generalsekretär Lindner. Denn der hat mit seinem Wahlerfolg im größten Flächenland der kleinen Truppe noch mehr Hoffnung eingehaucht als der Küsten-Haudegen Wolfgang Kubicki, der am Wochenende zuvor ebenfalls mehr als acht Prozent der Stimmen bei der Landtagswahl an der Förde geholt hatte.

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An Kubicki war es auch, den kleinen verklausulierten Hinweis zu setzen, dass der amtierende Vorsitzende in Berlin wohl nicht der Publikumsmagnet sei, mit dem sich die Bundestagswahl erfolgreich bestreiten ließe. Mit den beiden Landtagswahlen sei „dokumentiert, dass man mehr als acht Prozent der Stimmen holen kann“, auch wenn anderswo – auf Röslers Bundesebene nämlich – die Umfragewerte vor sich hindümpeln.

Auch auf der Düsseldorfer Wahlparty mischte sich in die Freude über das unerwartet gute Abschneiden die Sorge, wie sich die Partei des inzwischen ungeliebten Vorsitzenden entledigen könnte. Der schnelle Putsch ist angesichts der Wunderheilung an Rhein und Ruhr und an der Küste erst mal nicht in Sicht. Zumal Ende Januar die Landtagswahl in Niedersachsen ansteht, in seinem Heimatland. Da sei es nicht opportun, den Vorsitzenden vorher zu stürzen.

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Stattdessen hoffen alle auf Röslers Einsicht. Er solle einfach im Frühjahr auf dem Bundesparteitag nicht wieder als Vorsitzender kandidieren. Ein Nachfolger als Parteichef wäre automatisch der Spitzenkandidat für die Bundestagswahl im Herbst – sofern er denn auch für den Bundestag antrete. Sollte Lindner bereits dann den Vorsitz anstreben, wäre es freilich für die Bundestagskandidatur zu spät, denn die Landesliste möchten die NRW-Liberalen schon am 8. Dezember aufstellen. Und bis dahin kann sich der Jungstar schlecht schon wieder Richtung Berlin verabschieden – schließlich hatte er jetzt im Wahlkampf stets genüsslich auf den bürgerlichen Konkurrenten Norbert Röttgen verwiesen, der sich als Bewerber auf der Durchreise denkbar schlecht verkaufte. Rösler könnte bei einem Verzicht auf den Vorsitz im Frühjahr sogar die verbleibenden Monate Bundeswirtschaftsminister bleiben.

Der erfahrene Parteikämpe Burkhard Hirsch, ehemaliger Bundestagsvizepräsident und liberales Urgestein, gibt Rösler eine Bewährungsfrist bis zum Frühjahr. „Es gibt keinen Putsch, sondern im Mai einen ordentlichen Bundesparteitag mit der Wahl eines Vorsitzenden“, sagt Hirsch. „Dann wird es sein wie in der Wirtschaft: entweder neue Zahlen oder neue Gesichter.“ Die Konsequenzen für Rösler seien ganz klar: „Hat er im Frühjahr bessere Zahlen, wird er als Vorsitzender wiedergewählt und ist dann auch Spitzenkandidat. Wenn nicht, kommt ein anderer.“

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