Nürburgring 2009
Deutschlands bekannteste Formel-1-Rennstrecke sollte zum ganzjährigen Publikumsmagneten werden: Auf dem Nürburgring sollten Besucher einkaufen, Achterbahn fahren und bei den Gastronomen essen und trinken – auch abseits der Motorsportwochenenden. Das war das Ziel des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck, der das Projekt "Nürburgring 2009", das eigentlich privatwirtschaftlich finanziert werden sollte, mit Steuergeldern in Höhe von 330 Millionen Euro unterstütze.
Doch die Bilanz ist verheerend: Eine der Hauptattraktionen, die Stahlachterbahn „ring racer“, ist aufgrund von Sicherheitsbedenken jäh ausgebremst worden; aufgrund dubioser Geschäftspraktiken musste der ehemalige rheinland-pfälzische Finanzminister Ingo Deubel gehen – und die anvisierten Besucherzahlen von 500.000 pro Jahr wurden bei Weitem nie erreicht.

Fehlinvestition?
Zu der einen Millarde gehörten u. a. auch der Bau einer neuen Start- und Landebahn. Durch die Investition hat DHL sein Luftfrachtdrehkreuz nach Leipzig verlegt und einige tausend Arbeitsplätze geschaffen. Hinzukommen die Investitionen von BMW, Porsche,... die ohne die Investitionen in den Flughafen nicht erfolgt wären. Der Nutzen dieser Ansiedlungen (Arbeitsplätze ...) wird in diesem Zusammenhang leider total ignoriert und ist von der Größenordnung bestimmt nicht zu vernachlässigen. Klar im Hinblick auf das Passagierterminal ist die Kritik berechtigt. Aber die Millarde bezieht sich nicht nur auf das Terminal. Ein bischen mehr Weitsicht hätte ich von einer Zeitung wie Wirtschaftswoche schon erwartet.