Flüchtlingspolitik in Schleswig-Holstein: Polizei ermittelt wegen Angriff auf Bürgermeister

Flüchtlingspolitik in Schleswig-Holstein: Polizei ermittelt wegen Angriff auf Bürgermeister

, aktualisiert 30. September 2016, 14:10 Uhr
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Vermutlich aus Fremdenfeindlichkeit ist der Bürgermeister der kleinen norddeutschen Gemeinde niedergeschlagen worden.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Bürgermeister einer kleinen Gemeinde in Schleswig-Holstein ist am Donnerstagabend von einem Unbekannten niedergeschlagen worden. Zuvor hatte es Drohungen mit fremdenfeindlichem Hintergrund gegeben.

OersdorfNach einem Angriff auf den Bürgermeister einer kleinen Gemeinde in Schleswig-Holstein ermittelt die Polizei in alle Richtungen. Der Vorfall ereignete sich unmittelbar vor einer Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend, bei dem es um die Unterbringung von Flüchtlingen in der Gemeinde Oersdorf nördlich von Hamburg ging. Zuvor hatte es Drohungen mit fremdenfeindlichem Hintergrund gegen den Kommunalpolitiker gegeben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz des Landes Schleswig-Holstein eingeschaltet. Die Polizei ermittelt aber weiter in alle Richtungen. „Dieser Satz hat für uns eine große Bedeutung“, stellte der Sprecher am Freitag klar. Die Ermittler prüften gründlich alle in Frage kommenden Motive. „Diese können auch außerhalb möglicher fremdenfeindlicher Hintergründe liegen.“

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Die Polizei hatte die Ausschusssitzung mit sechs Beamten gesichert. Beispielsweise seien Taschen kontrolliert worden, sagte der Sprecher. Rätsel werfe aber auf, dass der Bürgermeister Joachim Kebschull noch einmal zu seinem Auto zurückging, um einen Laptop zu holen. Er hatte seinen Wagen außerhalb des Sichtbereichs der Beamten geparkt, „was der Täter anscheinend ausnutzte“, so die Polizei. Der Bürgermeister soll von einem Unbekannten angesprochen und mit einem Schlag gegen den Kopf verletzt worden sein. Er verlor demnach vorübergehend das Bewusstsein und kam ins Krankenhaus. Der 61-Jährige erlitt leichte Verletzungen und konnte bereits vernommen werden.

Nach der Attacke ist eine weitere Drohung per E-Mail eingegangen. „Wer jetzt noch immer nicht hören will, wird bestimmt lieber fühlen“, heißt es in einem Schreiben, das der frühere Bürgermeister Wilfried Mündlein am Freitagmorgen erhalten hat. „Aus Knüppel wird Hammer, aus Hammer wird Axt“, heißt es darin weiter.

Mündlein brachte das Schreiben am Freitag zu einem Treffen mit Landesinnenminister Stefan Studt (SPD) mit. Die Mail stammt den Angaben zufolge von einem österreichischen Provider. Mündlein war von 1994 bis 2013 Bürgermeister in der Gemeinde.

Quelle:  Handelsblatt Online
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