Geplanter Anschlag in Ludwigshafen: Zwölfjähriger vermutlich „ferngesteuert“

Geplanter Anschlag in Ludwigshafen: Zwölfjähriger vermutlich „ferngesteuert“

, aktualisiert 16. Dezember 2016, 18:04 Uhr
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Wie die Staatsanwaltschaft bestätigte, hat ein zwölfjähriger Junge angeblich versucht, einen Bombenanschlag auf den Ludwigshafener Weihnachtsmarkt und in der Nähe des Rathauses zu verüben.

Quelle:Handelsblatt Online

Ein Zwölfjähriger soll auf dem Ludwigshafener Weihnachtsmarkt eine Bombe abgelegt haben. Für Radikalisierungsforscher Neumann ist der Fall nicht vollkommen überraschend – er passe in ein Muster.

LondonDer wegen eines versuchten Anschlags in Ludwigshafen unter Verdacht stehende Zwölfjährige hat sich nach Auffassung eines Terrorismusexperten vermutlich im Internet radikalisiert. „Dort könnte der Junge mit einem Rekruteur in Syrien in Kontakt gekommen sein, der ihn gewissermaßen über Messengerdienste in Echtzeit ferngesteuert hat“, sagte Peter Neumann vom King's College in London am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Der Islamische Staat (IS) sei so schon in der Vergangenheit mit jungen Menschen verfahren. Über Messengerdienste können zum Beispiel per Mobiltelefon Nachrichten ausgetauscht werden.

„Das hatten wir ja auch schon in Hannover gesehen Anfang des Jahres, auch in Ansbach und Würzburg. Das ist ein neuer Modus Operandi (lat. Art des Handelns): Dass man Leute quasi über Messengerdienste in Echtzeit steuert“, sagte der deutsche Radikalisierungsforscher. „Es ist schon ungewöhnlich, einen Zwölfjährigen zu sehen, aber es ist keine vollkommene Überraschung“, betonte Neumann. „Denn wir wissen, dass der Islamische Staat zum Beispiel auch sehr, sehr junge Rekruten hat. In Deutschland war der jüngste Syrien-Kämpfer 13 Jahre alt.“

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Der Zwölfjährige soll vor eineinhalb Wochen versucht haben, eine Nagelbombe auf dem Weihnachtsmarkt in der rheinland-pfälzischen Stadt zu zünden. Die Bundesanwaltschaft bestätigte Ermittlungen wegen des Bombenfundes. Das Magazin „Focus“ berichtete, der Junge sei stark religiös radikalisiert. Der Sprengsatz habe nicht gezündet.

Es müsse sich noch zeigen, ob auch das Elternhaus oder das sonstige Umfeld eine Rolle bei der Entwicklung des Jungen gespielt habe, sagte Neumann. „Wir haben aber durchaus schon einige Fälle gesehen, wo sehr junge Kinder sich auf eigene Faust zu dieser Ideologie und Gruppe im Internet durchgekämpft haben (...) – und am Ende als einsame Wölfe des Islamischen Staates aktiv wurden.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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