Gesundheitskarte für Flüchtlinge: Länder mit positiver Zwischenbilanz

Gesundheitskarte für Flüchtlinge: Länder mit positiver Zwischenbilanz

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Hamburg hat die Gesundheitskarte für Flüchtlinge schon seit dem 1. Juli 2012.

Direkt zum Arzt, ohne Umweg über Behörden - in Bremen gilt das dank der Gesundheitskarte schon seit gut zehn Jahren auch für Flüchtlinge. Doch nicht alle Bundesländer wollen bei dem Projekt mitmachen.

Wenige Wochen nach Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge zieht das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen eine positive Zwischenbilanz. 19 Kommunen hätten sich „ganz offiziell“ für die eGK entschieden, sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Damit „erhält bereits jeder sechste Flüchtling in Nordrhein-Westfalen eine Gesundheitskarte“.

Diese öffnet den Weg zum Arzt, ohne zuvor eine Erlaubnis bei Behörden einholen zu müssen. Die Kommunen tragen die Behandlungskosten und müssen zudem eine Verwaltungsgebühr an die Krankenkassen zahlen.

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In Bremen ist die Regelung seit 2005 in Kraft. Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) lobt: In der Hansestadt gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass es durch missbräuchliche Verwendung der Karte zu Problemen komme. Nach den bisherigen Erfahrungen seien mit Einführung der Gesundheitskarte weder die Zahl der Behandlungen gestiegen noch die Kosten pro Fall.

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Auch Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard sieht keine Gefahr einer Kostenexplosion. Im Chip der Karte sei der Asylbewerberstatus gespeichert. „Die Ärzte kennen den Leistungskatalog für Geflüchtete und wissen, dass sie darüber hinaus nichts abrechnen können“, sagte die SPD-Politikerin. Die Übertragung der medizinischen Versorgung auf die AOK Bremen/Bremerhaven entlaste die Sozial- und Gesundheitsämter. „Früher gab es aufseiten der Stadt eine enorme Bürokratie: Sozial- und Gesundheitsämter haben die medizinische Notwendigkeit geprüft, die Zentrale Abrechnungsstelle in unserer Behörde hat eine erneute Prüfung vorgenommen und dann die Rechnung beglichen“, sagte Leonhard.

So viel Geld bekommen Flüchtlinge in den europäischen Ländern

  • Platz 1: Dänemark

    800 Euro zahlt das Land im Monat pro Flüchtling. Die Summe muss allerdings versteuert werden.

    Quelle: EU-Kommission / Frontex, Stand: 18. September 2015

  • Platz 2: Zypern

    Die Spanne, die der Inselstaat für einen Asylbewerber zahlt, liegt zwischen 85 und 452 Euro pro Monat.

  • Platz 3: Norwegen

    400 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 4: Deutschland

    352 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 5: Frankreich

    330,30 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 6: Finnland

    zwischen 85 und 290 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 7: Belgien

    zwischen 176 und 276 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 8: Großbritannien

    232 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 9: Luxemburg

    225 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 10: Polen

    187 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 11: Schweden

    177 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 12: Lettland

    66 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 13: Bulgarien

    33,23 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 14: Niederlande

    20 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 15: Slowenien

    18 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 16: Slowakei

    12 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 17: Italien & Griechenland

    0 Euro pro Flüchtling / Monat.

Die Flüchtlinge sind bei der AOK Bremen/Bremerhaven aber nicht versichert. Die Kosten der medizinischen Behandlung trägt weiter die Stadt Hamburg. Sie zahlt der Kasse pro Flüchtling monatlich eine Pauschale von 150 Euro, und einmal im Jahr wird genau abgerechnet. Für den Verwaltungsaufwand bekommt die AOK zehn Euro extra pro Flüchtling und Monat. Die Karte kostet einmalig acht Euro.

Hamburg hatte die Gesundheitskarte für Flüchtlinge am 1. Juli 2012 eingeführt. Nordrhein-Westfalen machte im vergangenen August als erstes Flächenland den Weg frei für die Karte. Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hatte dazu eine Vereinbarung mit Krankenkassen getroffen - auch, um die Städte zu entlasten. Der Städte- und Gemeindebund hatte allerdings vor einigen Tagen kritisiert, es gebe „kaum Akzeptanz“ in den Kommunen.

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Der Freistaat Sachsen setzt bei der Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge dagegen weiter auf den von den Behörden ausgestellten Behandlungsschein. Damit könne man auch Dolmetscherkosten beim Arzt und andere soziale Hilfsleistungen abrechnen, heißt es in der Dresdner Staatskanzlei.

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