Industriepolitik: Bund fördert Mikroelektronikindustrie mit Milliarden-Subvention

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Ein IGBT-Modul von Infineon

von Christian Schlesiger

Die Bundesregierung will rund eine Milliarde Euro an Staatshilfe in die Mikroelektronikindustrie stecken, um die Herstellung von Halbleiterprodukten in Deutschland zu sichern.

Das bestätigten die Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) und Wirtschaft (BMWi) der WirtschaftsWoche. Das Geld soll an elf Großunternehmen wie Infineon, Globalfoundries und Robert Bosch sowie sieben Mittelständler wie das Erfurter Unternehmen X-Fab fließen, die im Gegenzug Investitionen von mehr als drei Milliarden Euro in Deutschland angekündigt haben. Das gesamte Projektvolumen von Staat und Privatwirtschaft liegt bei rund 4,4 Milliarden Euro.

Die Bundesregierung hat die Mikroelektronikindustrie 2016 als vordringliche Industrie definiert, in der sie nun erstmals – gemeinsam mit den Unternehmen - Ausnahmen von den strengen Beihilferichtlinien bei der EU-Kommission beantragt hat. Die EU-Kommission hatte diese Option 2014 eigens in einem neuen Beihilferecht geschaffen. Auch Frankreich, Italien und Großbritannien haben mittlerweile gemeinsam mit Unternehmen Anträge nach Brüssel geschickt. Es wird erwartet, dass Brüssel noch im Sommer grünes Licht erteilen wird.

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Deutschland stehe zwar in der mikroelektronischen Forschung „exzellent da“, sagte Georg Schütte, Staatssekretär im BMBF, der WirtschaftsWoche. Aber bei der Umsetzung in die Praxis, bei neuen Produkten und Fertigungskapazitäten sei „noch Luft nach oben“. Die deutsche Halbleiterindustrie spiele international kaum noch eine sichtbare Rolle. „Hoch spezialisierte Halbleiterprodukte wie Prozessoren und Speicherchips sind aber kritisch für den Erfolg vieler Industrien wie dem Automobilsektor und dem Maschinen- und Anlagenbau.“

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