Israels Botschafter Issacharoff : „AfD-Einzug in Bundestag wäre besorgniserregend“

Israels Botschafter Issacharoff : „AfD-Einzug in Bundestag wäre besorgniserregend“

, aktualisiert 06. September 2017, 13:36 Uhr
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Der neue israelische Botschafter bei seiner Amtseinführung in Berlin.

Quelle:Handelsblatt Online

Jeremy Issacharoff, neuer israelischer Botschafter in Deutschland, zeigt sich über einen möglichen Einzug der AfD in den Bundestag besorgt und mahnt, antisemitische Äußerungen dürften sich nicht ausbreiten.

BerlinDer neue israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, empfindet einen möglichen Wahlerfolg der AfD bei der Bundestagswahl als Bedrohung. „Wenn eine Partei mit solchen antisemitischen Äußerungen erstmals in den Bundestag einziehen würde, wäre das sehr besorgniserregend! Solche Positionen dürfen sich nicht ausbreiten und dürfen keine öffentliche politische Bühne erhalten“, sagte Issacharoff der Oldenburger „Nordwest Zeitung“ (Mittwoch).

„Jede Partei, die judenfeindliche Einstellungen duldet oder sogar unterstützt, ist für Israel eine Bedrohung. Wir wissen es aus der Vergangenheit: Antisemitismus kann an einem Ort auflodern und breitet sich dann aus“, sagte der Botschafter, der vor einer Woche seinen Dienst in Berlin angetreten hat. „Jeder, der ein Interesse daran hat, eine demokratische und tolerante Gesellschaft zu bewahren, sollte darüber beunruhigt sein.“

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Umfragen zufolge kann die AfD sicher damit rechnen, in den neuen Bundestag einzuziehen. Die Parteispitze hat sich von antisemitischen Äußerungen einzelner Mitglieder zwar distanziert, andere Parteigremien urteilten aber zum Teil weniger klar. 2014 warf der brandenburgische Fraktionschef und heutige Spitzenkandidat Alexander Gauland den Abgeordneten Jan-Ulrich Weiß aus der Fraktion. Dieser hatte über seine Facebook-Seite eine Karikatur verbreitet, die Gauland als antisemitisch einstufte. Gaulands Wunsch, Weiß aus der Partei auszuschließen, lehnt das Landesschiedsgericht aber ab.

2016 führte ein Streit um Antisemitismus-Vorwürfe gegen den baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon zu einer vorübergehenden Spaltung der AfD-Fraktion. Parteichefin Frauke Petry hat ihre Partei als „Garanten jüdischen Lebens“ bezeichnet. Ihr Ehemann, der nordrhein-westfälische AfD-Fraktionsvorsitzende Marcus Pretzell, nennt Israel ein Vorbild für Europa – „in der Form, wie man mit dem Islam umgeht“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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