Michael Burda: Ökonom fordert Pflicht zur Veröffentlichung von Regierungsgutachten

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Michael Burda, Vorsitzender des Vereins für Socialpolitik

von Bert Losse

Wissenschaftliche Gutachten für Ministerien und Regierungen, die den Auftraggebern nicht gefallen, sollten in Zukunft trotzdem veröffentlicht werden.

Dies fordert der Ökonomieprofessor Michael Burda von der Berliner Humboldt-Universität. „Ich kenne Fälle, in denen spannende Erkenntnisse in ministerialen Schubladen verschwanden“, sagte Burda, der auch Vorsitzender des Vereins für Socialpolitik (VfS) ist, der WirtschaftsWoche. „Ich bin dafür, dass wissenschaftliche Ergebnisse veröffentlicht werden müssen, auch wenn sie der Politik missfallen. Dass gilt umso mehr, wenn die Arbeit mit Steuergeld bezahlt wurde.“

Burda kritisierte zugleich Fehlverhalten in der eigenen Zunft. „Wenn ein Auftraggeber vorab eine Präferenz für ein bestimmtes Ergebnis äußert, wird es heikel. Dafür sollten sich Wissenschaftler nicht hergeben.“ Die 3800 Mitglieder des VfS haben daher im Vorfeld ihrer am Sonntag beginnenden Jahrestagung einen Ethikkodex verabschiedet.

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Danach wollen die Ökonomen in ihren Arbeiten künftig alle Sachverhalte auflisten, die potenziell zu Interessenkonflikten oder Befangenheit führen könnten. „Wir wissen, dass es in der Vergangenheit gravierende Verstöße gegen Transparenz und wissenschaftliche Unabhängigkeit gab. Da sind streckenweise peinliche Dinge passiert“, räumt Burda ein. Künftig droht Volkswirten bei Zuwiderhandlungen der Ausschluss aus dem Verein für Socialpolitik, sagte Burda der WirtschaftsWoche.

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