Nach Würzburg-Attentat: 77 Prozent befürchten Anschlag in Deutschland

Nach Würzburg-Attentat: 77 Prozent befürchten Anschlag in Deutschland

, aktualisiert 22. Juli 2016, 15:45 Uhr
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Bis 2019 will Bundesjustizminister Maas 12.000 Stellen bei der Polizei in Bund und Ländern schaffen.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach dem Attentat von Würzburg erwarten deutlich mehr Deutsche als zuvor weitere Anschläge in der Bundesrepublik. Justizminister Maas fordert eine massive Aufstockung der Polizei. Er will bis zu 12.000 Stellen schaffen.

Nach dem offenbar islamistisch motivierten Attentat von Würzburg wächst in der Bevölkerung einer Umfrage zufolge die Angst vor Anschlägen. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer befürchten 77 Prozent der Deutschen, dass es in nächster Zeit in der zu Anschlägen kommen wird. Vor zwei Wochen waren es noch 69 Prozent. 20 Prozent erwarten das nicht.

Bundesjustizminister Heiko Maas forderte eine massive Aufstockung der Polizei. „Weil wir im Zeitalter der Schuldenbremse leben, wurde zu viel Personal in Sicherheitsbehörden und Justiz eingespart. Da müssen wir dringend gegensteuern“, sagte der SPD-Politiker. Bis 2019 sollten 12.000 Stellen bei der Polizei in Bund und Ländern geschaffen werden. Unionsfraktionsvizechef Stephan Harbarth riet Maas dagegen, den seit Jahren drastischen Mangel an Richtern und Staatsanwälten zu beseitigen.

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Zum Attentäter, der am Montag in der Nähe von Würzburg in fünf Menschen verletzte und schließlich von der Polizei erschossen wurde, liegen weiter keine Erkenntnisse vor, ob er Kontakte zur Extremistenmiliz Islamischer Staat hatte. Die Behörden gehen von einem Einzeltäter aus, der sich selbst in kurzer Zeit radikalisierte. Allerdings veröffentlichte eine dem IS nahestehende Agentur nach der Tat ein Video des Mannes, in dem er Rache an „Ungläubigen“ ankündigt.

Wie der „Spiegel“ berichtete, versuchte der 17-Jährige offenbar, eine spätere Aufklärung zu vereiteln. Sowohl die SIM-Karte als auch der Speicher seines Mobiltelefons seien beschädigt. In Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass er das Gerät selbst zertrümmerte. Ermittler wollen anhand von Daten herausfinden, inwieweit er in der Terrorszene vernetzt gewesen sein könnte. Nach „Spiegel“-Informationen konnten ihm die Fahnder zwei Facebook-Profile zuordnen.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Sicherheitsbehörden versuchten mit allen möglichen Mitteln, Radikalisierungen frühzeitig zu erkennen und Anschläge zu verhindern. Das Vertrauen in die Behörden ist den Deutschen mehrheitlich offenbar noch nicht abhandengekommen. 59 Prozent gehen dem Politbarometer zufolge davon aus, dass in der Bundesrepublik genug zum Schutz vor Anschlägen getan werde.

Quelle:  Handelsblatt Online
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