Fed-Protokolle: Eine Zinsanhebung zum Jahresende wird immer wahrscheinlicher

Fed-Protokolle: Eine Zinsanhebung zum Jahresende wird immer wahrscheinlicher

, aktualisiert 12. Oktober 2016, 20:53 Uhr
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„Tauben“ wie Yellen wollen erst handfeste Preiserhöhungen sehen, bevor sie einer Leitzinserhöhung zustimmen.

von Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Die US-Notenbank Fed hat bei ihrem letzten Treffen die Leitzinsen nicht angetastet. Jetzt zeigen veröffentlichte Protokolle: Der Druck auf Fed-Chefin Janet Yellen wächst, die Zinsen zum Jahresende anzuheben.

New YorkMit Argusaugen verfolgen Anleger die US-Notenbank. Wann erhöht sie die Leitzinsen? Auf der vergangenen Sitzung am 21. September verzichtete sie auf eine Anhebung der Rate, die derzeit bei 0,25 bis 0,5 Prozent liegt. Allerdings stimmten damals drei von zehn Mitgliedern gegen die Entscheidung. „Es war knapp“, sagte Stanley Fischer, stellvertretender Vorsitzender der Federal Reserve (Fed).

Jetzt veröffentlichte die Fed die Protokolle zur Sitzung. Anleger durchkämmten die Aussagen nach Hinweisen, wie die Stimmberechtigten insgesamt dachten. Danach hatte Fed-Chefin Janet Yellen den Offenmarktausschuss insgesamt auf ihrer Seite. Aber: Die Notenbank wird „relativ bald“ die Zinsen erhöhen. 

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Damit beugt sich Yellen dem Druck der „Falken“. Dass drei Mitglieder widersprechen, das hatte es zuletzt vor zwei Jahren gegeben. Damals war Yellen frisch im Amt, das sie Mitte 2014 übernahm. Sie legte seitdem starken Wert darauf, einen Konsens unter den Kollegen zu schaffen. Einer der Rebellen war Eric Rosengren, der als Chef der Regionalnotenbank in Boston einiges an Renommee besitzt.

Grundsätzlich geht der Streit zwischen den Befürwortern und Gegnern einer Anhebung um den geeigneten Zeitpunkt. Rosengren beispielsweise verweist auf den stabilen Arbeitsmarkt mit einer niedrigen Arbeitslosenquote von fünf Prozent. Das würde zu Lohnanhebungen und Inflation führen.

„Tauben“ wie Yellen wollen aber erst handfeste Preiserhöhungen sehen. Die Kerninflationsrate lag im vergangenen August bei nur 1,7 Prozent. „Einige Mitglieder ziehen es vor, auf überzeugendere Hinweise zu warten, dass die Inflation sich auf das vom Komitee vorgegebene Ziel von zwei Prozent zu bewegt“, heißt es im Protokoll. 

Die Börse reagierte verhalten freundlich auf die Nachricht. Anleger hatten mit einem schärferen Ton gerechnet. Der Markt bewertet die Chance auf eine Zinserhöhung im nächsten Monat derzeit auf 20 Prozent, während sie für das Fed-Treffen im Dezember bei zwei Drittel liegt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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