Federal Reserve: Der zweite Streich

Federal Reserve: Der zweite Streich

, aktualisiert 14. Dezember 2016, 12:17 Uhr
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Alles Andere als eine Zinserhebung wäre eine Überraschung.

von Frank WiebeQuelle:Handelsblatt Online

Die US-Notenbank wird am heutigen Abend aller Voraussicht nach die Zinsen erhöhen. Aber noch spannender ist die Frage, was danach passiert. Der Dow-Jones-Index steht knapp unter der 20.000-Punkte-Marke – ein Novum.

Um Punkt 20 Uhr deutscher Zeit sollte die US-Notenbank Federal Reserve bekannt geben, dass sie die Leitzinsen um einen Viertel Prozentpunkt auf eine Spanne zwischen 0,5 und 0,75 Prozent erhöht. Alles andere wäre jedenfalls eine große Überraschung. Ökonomen und Anleger werden dann genau auf die Details der Stellungnahme achten und auf die Ausführungen von Fed-Chefin Janet Yellen, die eine halbe Stunde später beginnt.

Die erste Frage lautet, ob der Beschluss einstimmig fällt. Bei der ersten Zinserhöhung seit der Finanzkrise vor genau einem Jahr hatte Yellen zuvor eifrig mit ihren Kollegen im geldpolitischen Ausschuss geredet, um einen einstimmigen Beschluss zu erreichen – mit Erfolg. In den letzten Monaten hatte Yellen zwei Gegenstimmen. Esther Goerge von der Fed Kansas und Loretta Mester aus Cleveland widersprachen, weil sie schon eher eine weitere Zinserhöhung wünschten.

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Von ihnen ist daher am heutigen Mittwoch keine Opposition zu erwarten. Es hat sich in der Öffentlichkeit aber auch kein stimmberechtigter Geldpolitiker mit Warnungen vor einer zu frühen Erhöhung profiliert. Alles andere als ein einstimmiger Beschluss wäre daher eine Überraschung.

Janet Yellen wird wie üblich allenfalls sehr vorsichtige Hinweise auf den weiteren Kurs der Fed geben und betonen, alles hänge von den jeweiligen wirtschaftlichen Daten ab. Spannend ist, ob sie auch nur in Andeutungen auf die Marktreaktionen und die Veränderungen der wirtschaftlichen Perspektiven seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten eingeht. Seither haben sich Märkte und Ökonomen auf ein höheres Wachstum eingestellt, das vor allem von steigender Staatsverschuldung getrieben ist und eine größere Inflationsgefahr mit sich bringt. Die Aktienmärkte feiern den Sieg immer noch, bei Anleihen sind die Renditen deutlich gestiegen. Das würde für einen etwas rascheren Anstieg der Leitzinsen in den USA sprechen. Bisher hatte Yellen dagegen immer betont, die Anpassung solle sehr behutsam erfordern.

Neben dem Zinsbeschluss wird die Fed auch noch die Prognosen der Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss bekanntgeben. Sie geben Aufschluss darüber, wie die Geldpolitiker die Entwicklung von Wachstum, Zinsen und Inflation einschätzen. Auch hier werden die Investoren nach kleinen Veränderungen suchen, die möglicherweise schon die Wende an den Märkten nach der Präsidentschaftswahl widerspiegeln. Es kann aber gut sein, dass die „Dots“, wie die Prognosen genannt werden, wenig verändert sind, weil die Geldpolitiker noch kein klares Bild der neuen Situation haben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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