IWF: Brexit-Votum schadet der deutschen Wirtschaft

IWF: Brexit-Votum schadet der deutschen Wirtschaft

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Laut IWF trifft das Brexit-Votum die deutsche und britische Wirtschaft hart.

Nachdem die Briten gegen einen EU-Verbleib gestimmt haben, korrigiert der Internationale Währungsfonds seine Wachstumsprognosen für Großbritannien und Deutschland herunter – die Weltwirtschaft kommt glimpflich davon.

Das Brexit-Votum trübt die Perspektiven der Weltwirtschaft deutlich ein. Vor allem in Großbritannien selbst, aber auch beim wichtigen Handelspartner Deutschland dürfte das Anti-EU-Referendum kräftig Wachstum kosten.

Im Vereinigten Königreich wird die Wirtschaft nach einer neuen Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) im kommenden Jahr um fast einen Prozentpunkt und in Deutschland fast einen halben Prozentpunkt weniger zulegen als bisher erwartet. Die Lage habe sich verschlechtert, obwohl der Start ins Jahr besser als eigentlich erwartet ausgefallen sei, betonten die Konjunkturexperten des IWF.

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Vor allem habe nach dem Referendum für einen britischen EU-Austritt die Unsicherheit zugenommen. "Und diese Unsicherheit wird sicherlich ihren Preis fordern in Hinblick auf Vertrauen und Investitionen." Den Politikern in der EU und in Großbritannien komme daher nun eine Schlüsselrolle zu, so der IWF. An ihnen liege es, für einen reibungslosen und berechenbaren Ablauf des Brexit zu sorgen. Die Handels- und Finanzbeziehungen müssten so weit wie möglich bewahrt werden.

Weltwirtschaft kommt glimpflich davon

"Die Entscheidung im Vereinigten Königreich vom 23. Juni ... verschärft den Abwärtstrend der Weltwirtschaft zu einem Zeitpunkt, in der das Wachstum bereits ohnehin schwach war", sagte IWF-Chefvolkswirt Maury Obstfeld. Nach dem guten Jahresbeginn habe der Fonds eigentlich davor gestanden, seine Prognosen für 2016/2017 leicht anzuheben, doch die Brexit-Entscheidung habe das zunichte gemacht.

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Noch gilt in Großbritannien europäisches Recht. Aber sobald das Land aus der EU austritt, wird sich auch im Kleinen vieles wandeln – nicht nur für die Briten.

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Für die Weltwirtschaft fällt die Korrektur der IWF-Prognosen für 2016 und 2017 mit jeweils einem Zehntel-Prozentpunkt vergleichsweise gering aus. Allerdings könnte es nach Einschätzung des Fonds auch erheblich schlechter kommen, wenn sich die Scheidungsverhandlungen zwischen der EU und Großbritannien schwierig gestalten und lange hinziehen sollten.

In seinem Basisszenario rechnet der IWF in diesem Jahr mit einem Weltwirtschaftswachstum von 3,1 Prozent und im nächsten Jahr von 3,4 Prozent. Liefe es allerdings ganz schlecht, was nach Ansicht des Fonds im Bereich des Möglichen liegt, könnte die globale Wirtschaft beim Wachstum 2016 und 2017 auf jeweils 2,8 Prozent absacken. Für die Industrieländer rechnet der Fonds momentan mit jeweils 1,8 Prozent. Nach dem pessimistischen Alternativ-Szenario könnte das Plus aber am Ende auch bei 1,4 Prozent in 2016 und 1,0 Prozent in 2017 landen.

Während die USA und China vom geplanten Brexit voraussichtlich weniger betroffen sein dürften, werden die Europäer die Entscheidung kräftig zu spüren bekommen. Für Großbritannien rechnet der Fonds zwar mit 1,7 Prozent Wachstum in diesem und 1,3 Prozent im nächsten Jahr. Die Schätzung für 2017 liegt aber 0,9 Punkte unter der bisherigen Prognose.

Auch Deutschland, für dessen Wirtschaft Großbritannien der drittgrößte Exportmarkt ist, bekommt demnach einen empfindlichen Dämpfer. Nach einem Zuwachs von 1,6 Prozent in diesem Jahr wird das Plus laut IWF 2017 mit 1,2 Prozent um 0,4 Punkte schwächer als bislang erwartet ausfallen.

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