Japan: Regierungsberater ermutigt Notenbank zu verschärftem Strafzins

Japan: Regierungsberater ermutigt Notenbank zu verschärftem Strafzins

, aktualisiert 16. September 2016, 14:04 Uhr
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Regierungsberater ermutigen die BoJ zu einem verschärften Strafzins.

Quelle:Handelsblatt Online

Wenn es nach einem japanischen Regierungsberater geht, soll die Notenbank weiterhin auf Negativzinsen setzen, um die Konjunktur zu beleben. Das Anleihenkaufprogramm der Bank von Japan zeige kaum Wirkung.

TokioTrotz massiver Kritik aus der Finanzbranche sollte Japans Notenbank einem Regierungsberater zufolge zur Stützung der Konjunktur weiter auf Negativ-Zinsen setzen. „Ich bin sicher, dass die Bank von Japan diese Politik prüfen und die angemessenen Entscheidungen treffen wird“, sagte der liberaldemokratische Abgeordnete Yasutoshi Nishimura der Nachrichtenagentur Reuters. Die Vorteile der Strafzinsen für Banken seien „sehr groß“. Nishimura ist einer der Berater von Ministerpräsident Shinzo Abe, der als einer der geistigen Väter der großen Geldflut der Notenbank gilt.

Die Bank von Japan (BoJ) will die maue Wirtschaft mit Konjunkturspritzen beleben – bislang jedoch ohne durchschlagende Wirkung. Daher wird für die Zinssitzung am Mittwoch mit einer Akzentverlagerung gerechnet: So könnte die BoJ stärker auf Negativzinsen setzen, da ihr Anleihenkaufprogramm an Grenzen zu stoßen droht.

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Die BoJ hatte Anfang des Jahres den Finanzinstituten auf ihre laufenden Konten bei der Zentralbank eine Gebühr von 0,1 Prozent aufgebrummt, um ihnen das Horten von Geld zu verleiden. Der Strafzins soll helfen, mehr Kredite auszureichen und so die lahmende Wirtschaft anzukurbeln sowie für Preisauftrieb zu sorgen. Laut Nishimura dürften langfristig auch die Investitionen anziehen und der Konsum dadurch beflügelt werden.

Doch Versicherer und Banken in dem Fernostland laufen Sturm gegen eine weitere Verschärfung des Strafzinses. „Negative Zinsen lassen die Gewinne von Finanzhäusern schrumpfen“, klagte der Chef des Lebensversicherungsverbandes, Akio Negishi. Letztlich viele Japaner bei einer solchen Politik um ihre Altersvorsorge bangen. Auch der Bankenverband schlägt Alarm: Chef-Lobbyist Takeshi Kunibe hat signalisiert, dass die Geldhäuser bei einer Verschärfung des Strafzinses die Kosten auf die Kunden abwälzen könnten.

Notenbankchef Haruhiko Kuroda lässt sich einstweilen nicht in die Karten blicken: Nach einem Treffen mit Regierungsvertretern wurde er lediglich mit den Worten zitiert, die BoJ werde weiter mit einer ultra-lockeren Geldpolitik die Wirtschaft anschieben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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