
An Friedrich August von Hayek scheiden sich die Geister. Viele Aufsätze über ihn lesen sich wie Hagiografien („Retter der Freiheit“) oder Verunglimpfungen („Laissez-faire-Liberaler“). Der Tiefe von Hayeks Denken werden die wenigsten gerecht. Eine verlässliche Einführung in Hayeks liberalen Kosmos bietet Hans-Jörg Hennecke (Junius-Verlag, 13,90 Euro). Das von Gerd Habermann herausgegebene Brevier (NZZ-Libro, 21 Euro) versucht – nicht immer erfolgreich – Hayeks Kernideen in knappen Zitaten zu entfalten. Besser fährt man mit dem druckfrischen Hayek-Lesebuch (Mohr Siebeck, 16,90 Euro), das etliche Originalaufsätze versammelt.
Wer es wirklich ernst meint mit Hayek, kommt an der Lektüre eines seiner beiden Hauptwerke nicht vorbei; nur in ihnen lässt sich die Komplexität seines prozesshaften Denkens formal und gedanklich nachvollziehen. Sein umfassendes Gesamtwerk, das zwischen Ökonomie, Erkenntnistheorie und Sozialphilosophie mäandert und von frühen geld-, wert- und konjunkturtheoretischen Arbeiten über eine Grundlegung des Liberalismus bis hin zu rechtsphilosophischen Grundsatzüberlegungen reicht, erscheint seit 2001 in einer mustergültigen Edition im Verlag Mohr Siebeck. Die Reihe umfasst sieben Bücher und acht Bände mit Aufsätzen, etwa zur Ordnungsökonomik, Wirtschaftspolitik, Konjunkturtheorie und Sozialismuskritik.













