Mario Draghi zu Inflation: EZB-Chef sieht Zielmarke erst 2018 erreicht

Mario Draghi zu Inflation: EZB-Chef sieht Zielmarke erst 2018 erreicht

, aktualisiert 30. November 2016, 11:14 Uhr
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Der EZB-Präsident verteidigt seine ultralockere Geldpolitik.

Quelle:Handelsblatt Online

Seit mehr als drei Jahren versucht die Europäische Zentralbank die Inflation anzutreiben. Die Zielmarke von zwei Prozent wird laut EZB-Chef Draghi aber frühestens 2018 erreicht. Im Dezember sollen neue Schritte geprüft werden.

MadridDie EZB wird ihrem Präsidenten Mario Draghi zufolge zwischen 2018 und 2019 wieder ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent erreichen. Trotz der vielen Krisen in den vergangenen paar Jahren habe die Notenbank ihren Weg beibehalten, sagte Draghi in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der spanischen Zeitung „El Pais“. Er gehe davon aus, „dass die Inflation zwischen 2018 und 2019 auf ein Niveau zurückkommen wird, dass mit unserem Ziel nahe zwei Prozent übereinstimmt.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) verfehlt ihr Inflationsziel bereits seit Frühjahr 2013. Im Oktober waren die Verbraucherpreise in der 19-Ländergemeinschaft lediglich um 0,5 Prozent gestiegen. Die EZB will eigene neue Inflationsprognosen für das Jahr 2019 zu ihrer Zinssitzung am 8. Dezember veröffentlichen.

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Dann dürfte die Notenbank auch entscheiden, ob sie ihre in Deutschland umstrittenen massiven Anleihenkäufe auch nach März 2017 fortführen will. Draghi sagte der Zeitung, die Notenbank werde das zur Erreichung ihres Inflationsziels erforderliche, sehr erhebliche Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung beibehalten. „Wir können die angemessene Ausrichtung über verschiedene Kombinationen von Instrumenten erreichen“, sagte Draghi. Dabei nannte der EZB-Präsident den monatlichen Umfang der Anleihenkäufe und auch ihre zeitlich Erstreckung. „Ich möchte der Debatte über die verschiedenen Optionen nicht vorgreifen.“

Draghi zufolge ist die ultralockere Geldpolitik aktuell notwendig, um der Konjunktur unter die Arme zu greifen. Die niedrigen Zinsen seien „wesentlich“ für eine vollständige Erholung. „Und wenn dies erreicht ist, werden die Zinsen steigen“, sagte der Italiener.

Quelle:  Handelsblatt Online
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