Preise in Deutschland: Inflation schrammt knapp an Zwei-Prozent-Marke vorbei

Preise in Deutschland: Inflation schrammt knapp an Zwei-Prozent-Marke vorbei

, aktualisiert 30. Januar 2017, 14:04 Uhr
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Bei manchem Gemüse müssen Verbraucher einen besonders hohen Preisanstieg hinnehmen.

Quelle:Handelsblatt Online

Verbraucher in Deutschland müssen wieder tiefer in die Tasche greifen. Die Inflation im Januar kletterte auf fast zwei Prozent. Gegner von Draghis lockerer Geldpolitik bekommen neue Argumente.

DüsseldorfDie Inflation in Deutschland steigt im Januar um 1,9 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden in einer ersten Schätzung am Montag mit. Damit war die Teuerungsrate so hoch wie seit Juli 2013 nicht mehr. Bereits die Inflationszahlen für Dezember sorgten für Aufsehen. So kosteten die Waren und Dienstleistungen in diesem Monat durchschnittlich 1,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Ökonomen hatten mit einem Anstieg von 2,0 Prozent gerechnet.

Für den Anstieg sorgen vor allem die wieder anziehenden Energiepreise (+ 5,8 Prozent), die wiederum auf den steigenden Ölpreis zurückzuführen sind. Derzeit kostet der Rohstoff je nach Sorte zwischen 53 und 55 Dollar das Barrel. Zum Vergleich: Anfang 2016 kostete das Öl etwas mehr als die Hälfte.

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Auch an der Lebensmitteltheke müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen: Die Preise für Essbares stiegen im Januar knapp um 3,2 Prozent als vor Jahresfrist. Was sich im Einzelnen besonders verteuerte, veröffentlicht das statistische Bundesjahr erst bei seiner endgültigen Schätzung der Inflationszahlen im Februar. Die Zahlen für Dezember legen allerdings nahe, dass es vor allem im Gemüseladen teurer wird. So stieg der Preis für Gurken im Dezember 2016 um 105 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Kohl verteuerte sich um 26 Prozent während die Preise für Kürbisse, Auberginen und Mais um 22,1 Prozent nach oben kletterten.

Die steigende Inflation in der größten Volkswirtschaft Europas gießt Öl ins Feuer der Debatte um das Ende der Anleihekäufe. Im März 2016 hatte die Zentralbank beschlossen, die Leitzinsen weiter zu lockern – unter anderem, um die Inflation steigen zu lassen. Es gebe keine Grenzen für das, was die Bank innerhalb ihres Mandats tun werde, um das Ziel zu erreichen, sagte Draghi damals. In Deutschland melden sich nun verstärkt Politiker zu Wort, die ein Ende der lockeren Geldpolitik fordern, zum Beispiel der bayerische Finanzminister Markus Söder. Die Argumente der Gegner: die Zinspolitik gehe zulasten der deutschen Sparer und ließe sich nicht – wie zuvor – mit einer drohenden Deflation im Euroraum begründen.

Am Dienstag (11 Uhr) veröffentlicht die Europäische Statistikbehörde (Eurostat) die vorläufige Schätzung der Inflation im Euroraum. Zuletzt stieg die Teuerungsrate im Dezember auf 1,1 Prozent gegenüber 0,6 Prozent im Vorjahr. Den Anstieg sollten Anleger allerdings nicht überbewerten. So stieg die Kerninflation in der Eurozone im selben Zeitraum nur geringfügig von 0,8 auf 0,9 Prozent. In der Kerninflation sind die Preise für Energie und Lebensmittel herausgerechnet. Sie gilt damit als der verlässlichere Indikator für den Preisanstieg – und damit auch für den Erfolg des EZB-Chefs Mario Draghi.

Quelle:  Handelsblatt Online
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