Saudi-Arabien: Todesursache Schach

GlosseSaudi-Arabien: Todesursache Schach

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Schach ist nach Ansicht des höchsten muslimischen Geistlichen Saudi-Arabiens "ein Werk des Teufels".

von Anna Gauto

Für Saudi-Arabiens Großmufti Scheich Abdulaziz al-Sheikh ist Schach "ein Werk des Teufels". Er erließ eine entsprechende Fatwa - zu Recht! Denn Schach kann tödlich sein. Eine Glosse.

Die Ölnation Saudi-Arabien hat ein Problem: Es gibt zu viel Erdöl auf dem Weltmarkt. Das lässt die Preise purzeln und senkt die Erlöse. Den Prinzen gefällt das gar nicht. Denn mit den Öl-Milliarden finanzieren sie ihren Lebenswandel und den Gehorsam ihrer Untertanen. Geht das so weiter, müssen viele Saudis demnächst arbeiten. Bisher erledigten das Ausländer, gern aus Bangladesch, Pakistan oder Sri Lanka. Doch die kosten Geld. Genau wie dicke Autos und Shoppingtouren auf Europas Prachtstraßen.

Saudi-Arabien braucht ein Wunder - oder Hilfe von ganz oben. Das dachte sicher auch der oberste islamische Gelehrte Saudi-Arabiens, der Großmufti Scheich Abdulaziz al-Sheikh, als er kürzlich eine Fatwa gegen das Schachspielen erließ. Laut seinem Rechtsgutachten sei Schach unislamisch, es mache süchtig. Die Saudis könnten darüber vergessen, zu beten. Und wann hat das Land Gebete dringender gebraucht?

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Natürlich regen sich jetzt alle wieder über Saudi-Arabien auf. Dieses Nordkorea mit Wüste, nun nimmt es seinen Bürgern auch noch den letzten Spaß. Der Mufti, was ist das für ein verblendeter Lump.

Doch Moment. Ehe die Aufgeklärten dieser Welt al-Sheikh in die Wüste jagen, sollten sie sich klar machen: Es gibt neben dem Schutz der Gebete noch ein paar weitere Gründe, die gegen das Schachspielen sprechen.

In Lindau am Bodensee verletzte sich ein 62-Jähriger bei einer Partie Schach schwer. Als er sich von seinem Schachhocker erheben wollte, stürzte er von der Uferpromenade. Ein Helikopter musste den armen Mann ins Krankenhaus fliegen. Natürlich kann man jetzt einwenden, der Mann habe nicht nur gespielt sondern auch kräftig gepichelt. Doch widerlegt das nicht die These von al-Sheikh, wonach Schach gefährlich sei. Ganz im Gegenteil wird der Obermufti sagen: Schach macht nicht nur süchtig, es verführt auch zu Trinkerei.

Doch damit nicht genug. In Norwegen ereignete sich während der Schach-Olympiade in Tromsö eine Tragödie, als ein Spieler mitten im Wettkampf zusammenbrach. Herzinfarkt. Als ihm die Sanitäter zu Hilfe eilten, lösten sie eine Massenpanik aus. Später lag ein weiterer Teilnehmer tot in seinem Hotelzimmer.

Schach ist alles andere als harmlos, das hat sich auch in Estland herumgesprochen. Dort soll es ein Gesetz geben, das Schach während des Beischlafs untersagt. Richtig so. Man will sich nicht ausmalen, welche Unfälle die Behörden damit verhindern.

Und doch werden manche einwenden, bringe Schach immerhin schlaue Menschen hervor. Schließlich sind Schachweltmeister die Klügsten.

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Wirklich? Der mehrfache Hamburger Schachmeister Robert S. geriet in die Schlagzeilen, weil er an dem Navigationssystem seines VW Lupo scheiterte. An einem Bahnübergang ließ es ihn links abbiegen, worauf er gehorsam über die Gleise rumpelte. Irgendwann blieb er stecken. Der Schaffner der heranrasenden Regionalbahn konnte gerade noch bremsen, sodass niemand verletzt wurde. „Trottel-Unfall“ titelte die "Bild"-Zeitung.

Ein betagter Visionär aus Saudi-Arabien hat die Gefahr erkannt: Wer jetzt noch Könige rochieren lässt, den muss man vor sich selbst schützen. Statt weiter auf al-Sheikh herumzuhacken, sollten die Aufgeklärten hierzulande reagieren. Der Deutsche Schachbund gehört eingemottet, seine Funktionäre hinter Gitter.

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