McLaren 12C: Ein Rennwagen für die Straße

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McLaren 12C: Ein Rennwagen für die Straße

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Rennwagen für die Straße. Der McLaren 12C ist eines der schnellsten Autos der Welt

von Franz W. Rother

Laut, leicht und sehr dynamisch - so fährt sich der McLaren 12 C. Rennfahrer Heinz-Harald Frentzen hatte mit dem Wagen seinen Spaß – auch an der Tankstelle. Der Flitzer im Autotest.

Ein kleiner Scherz – und an eine Männerfreundschaft war nicht mehr zu denken. Ron Dennis hatte gerade Mercedes als Motorenpartner für McLaren gewonnen und den Schweizer Rennstall Sauber – mit dem Heinz-Harald Frentzen (Markenname: HHF) in der Formel 1 unterwegs war – dadurch gezwungen, sich kurzfristig einen neuen Lieferanten zu besorgen. Der britische Rennsportmanager verstand aber keinen Spaß, als die rheinische Frohnatur ihm riet, nun für die Zusammenarbeit mit Mercedes Deutsch zu lernen: Dennis wechselte mit Frentzen nie wieder ein Wort und machte ihm in den Jahren danach auch nie ein Angebot, für McLaren Rennen zu fahren.

Fast 20 Jahre müssen vergehen, bis der Formel-1-Vizeweltmeister von 1997 am Steuer eines McLaren Platz nehmen darf. Zur Testfahrt haben die Briten allerdings keinen Formel-1-Boliden ins Rheinland geschickt, sondern einen Rennwagen für die Straße: den McLaren 12C, 625 PS stark, über 300 km/h schnell und vorsichtshalber in Grellorange lackiert – so übersieht ihn garantiert kein anderer Verkehrsteilnehmer. Der Achtzylinder lässt schon im Leerlauf Rennfieber aufkommen, so wie er grummelt, bollert und schmatzt. Frentzen muss nicht lange gebeten werden – kaum ist die Schmetterlingstür nach oben geschwungen, hat er sich schon über den breiten Schweller in den Schalensitz geschwungen. "Wohin geht’s?" Egal, der Weg ist das Ziel – und die Autobahn frei.

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Der McLaren 12C auf TestfahrtVideo abspielen
AutotestDer McLaren 12C auf Testfahrt

Schein und Sein

Natürlich gibt es irgendwo im Handschuhfach eine Bedienungsanleitung. Da kann sie aber auch bleiben, denn der McLaren gibt, wie es sich für einen Sportwagen gehört, keine Bedienrätsel auf. Drehzahlmesser und Tachometer, Starterknopf in der Mittelkonsole und Schaltwippen hinterm Lenkrad. Das reicht fürs Erste. Wer mag, kann vor dem Start noch die Fahrdynamik per Knopfdruck vorkonditionieren: N wie Normal (zum Brötchenholen), S wie Sport (zum Fitnesstraining) oder T wie Track (zur Rennstrecke). Alles andere (Radio, Klima, Navi) wird über einen iPad-ähnlichen Großbildschirm in der Mittelkonsole gesteuert – wenn man es denn je braucht. Auf beleuchtete Schminkspiegel und Einparkhilfen haben die Briten bei der Entwicklung des Lastenhefts ohnehin keine Sekunde verschwendet – der McLaren ist eh als reines Männerspielzeug konzipiert.

Die Rundumsicht ist vom Fahrersitz aus, na ja, bescheiden. Dafür ist der Blick auf die Radhäuser und die abfallende Fahrzeugfront perfekt. Form follows function, nach einem bekannten Bonmot "das Gestaltungsprinzip echter Manifestationen des Kopfes, des Herzens und der Seele", hat der Sportwagenbauer beim C12 perfekt umgesetzt. Alle Linien stehen im Dienst der Aerodynamik, nichts ist überflüssig, nichts aufgesetzt. Das Ergebnis ist ein schnittiger, flacher und erfreulich schlanker Sportwagen, der schon im Stand für feuchte Handflächen beim Betrachter sorgt. Wie wird es dann erst auf der Piste?

Saus und Braus

Das hängt davon ab, wie man den Wagen bewegt, ganz entspannt – oder wie HHF im Kampfmodus. Schon die Auffahrt zur Autobahn nimmt er forsch. Keine Sorge, der Motor ist bereits warm gefahren. Auf der dreispurigen Geraden, die an diesem frühen Sonntagmorgen wie leer gefegt ist, gibt es dann im Sportmodus kein Halten mehr. Ein kurzer Gasstoß – und die Nadel des Tachos schießt über die 100er-Marke hinaus,. Kurz darauf liegt Tempo 200 an, dann 250, 300. Der Motor, der beinahe unmittelbar hinter der Rückenlehne montiert ist, brüllt dabei wie ein Löwe. Macht das jetzt Sinn? Nicht unbedingt, aber es macht Spaß.

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