Coolar: Grüner Kühlschrank kühlt mit Wärme statt mit Strom

Coolar: Grüner Kühlschrank kühlt mit Wärme statt mit Strom

von Leonard Goebel

Ein Berliner Startup hat einen Kühlschrank entwickelt, der ohne Strom auskommt. Der Coolar könnte vor allem für Menschen in Entwicklungsländern lebenswichtig sein.

Bislang ist die Energieeffizienz ein wichtiges Verkaufsargument bei Kühlschränken. Doch das muss nicht so bleiben, denn es geht auch ganz ohne Strom: Das Berliner Startup-Unternehmen Coolar hat einen Kühlschrank entwickelt, der ohne Stecker auskommt.

Dafür braucht das Gerät nur eines - Wärme. Die sorgt in Form von Warmwasser für einen Verdunstungseffekt, der es ermöglicht, den Kühlschrank effektiv und vor allem klimafreundlich zu betreiben. "Dieses Warmwasser lässt sich zum Beispiel über ein Solarthermiesystem sehr leicht erzeugen und auch speichern", sagt Julia Römer, eine der Gründerinnen von Coolar.

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Keine Batterien, keine Kältemittel - kein SondermüllBislang gibt es zwar erst einen Prototyp, doch das Unternehmen ist sicher, dass das Kühlsystem 60 Prozent der üblicherweise anfallenden CO2-Emissionen sowie 75 Prozent der Betriebskosten einsparen kann. Zudem kommt der Kühlschrank ohne umweltschädliche Kälte- und Schmiermittel sowie ohne Batterien aus.

Da auch keine beweglichen Verschleißteile verbaut werden, ist der Kühlschrank laut seiner Entwickler besonders langlebig. Außerdem könne man ihn problemlos entsorgen, weil er nicht als Sondermüll behandelt werden müsse.

Dringend benötigte Kühlung für ImpfstoffeMit ihrem Gründungskonzept steht das Coolar-Team derzeit im Halbfinale des Start-Green Award. Dazu gehört auch, dass das Unternehmen ein konkretes Einsatzgebiet vor Augen hat - Entwicklungsländer. So soll der Kühlschrank insbesondere in Regionen ohne verlässliche Stromversorgung Verwendung finden.

Das könnte nicht nur für dortige Haushalte von Vorteil sein, sondern soll vor allem die Lagerung von lebensrettenden Impfstoffen sichern. "Wir können gerade da medizinische Kühlung zur Verfügung stellen, wo sie normalerweise mit Strom schwer zu realisieren ist", so Römer.

Doch der Kühlschrank soll auch in Deutschland und anderen Industrieländern verkauft werden. Um beide Zielgruppen miteinander zu verbinden, strebt das Unternehmen mittelfristig einen "Kaufe einen, spende einen"-Ansatz an: Hiesige Kunden würden somit gleichzeitig die Verbreitung des Kühlschranks in Entwicklungsländern fördern. Und das könnte recht schnell gehen - Ende des Jahres will Coolar die ersten serienreifen Kühlschränke produzieren.

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