Energie: Schülerin aus Florida gewinnt Strom aus Meeresströmungen

Energie: Schülerin aus Florida gewinnt Strom aus Meeresströmungen

von Tobias Finger

Eine 15-Jährige hat einen Generator entwickelt, mit dem sich Meeresströmungen in Strom umwandeln lassen.

Obwohl die Energiegewinnung aus Meeresströmungen bisher nur wenig erforscht ist, schwimmt ein riesiges ungenutztes Energiepotential in den Ozeanen unseres Planeten. So schätzt das US-Innenministerium, dass ein Promille der im Golfstrom vorhandenen Energie etwa 35 Prozent des Strombedarfs von Florida decken könnte.

Die 15-jährige Hanna Herbst hat nun einen Prototyp entwickelt entwickelt, mit dem die Energie gewonnen werden kann. Das Gerät besteht aus zwei 3D-gedruckten Propellern auf beiden Seiten, einer kleinen Seilrolle und einem hydroelektrischen Generator, der die natürlichen Wasserbewegungen im Meer in nutzbare Energie umwandelt. Für den Auftrieb ist der Prototyp noch mit zwei leeren Plastikflaschen bestückt.

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Die Idee kam der Schülerin aus dem US-Bundesstaat Florida durch eine Brieffreundschaft: Der Austausch mit einer Brieffreundin in Äthiopien und deren Schilderungen der Situation vor Ort brachten Herbst auf ihre zukunftsfähige Idee.

Die Neuntklässlerin gewann mit ihrem Prototyp kürzlich die von Discovery Education und 3M ausgeschriebene diesjährige Ausgabe der Young Scientist Challenge und damit ein Preisgeld in Höhe von 25.000 US-Dollar. Ganz schön viel Geld, verglichen mit den Herstellungskosten für ihre erste Test-Sonde. Die liegen nämlich bei zwölf Dollar pro Stück.

Zwölf Dollar Konstruktion sorgt für sauberes TrinkwasserAuch wenn ein einzelner Generator bei Weitem kein ganzes Kraftwerk antreiben kann, so reicht die gewonnene Energie doch zumindest aus, um eine tragbare Entsalzungsanlage anzutreiben, die Meer- in Trinkwasser umwandelt – neben Strom eine weitere Lebensgrundlage, an der es in vielen Regionen mangelt.

Das ist schon ein erster Erfolg für die Nachwuchs-Wissenschaftlerin auf dem Weg zu ihrem selbsterklärten Ziel, eine Lösung für arme und infrastrukturell schwache Regionen der Welt zu entwickeln, wo Elektrizität nicht überall und wenn, dann nur unzuverlässig verfügbar ist.

Kann der Golfstrom Florida mit Strom versorgen?Das Potential ist also da. Und Hanna Herbst weist den Weg, wie es nutzbar gemacht werden könnte. Ohne Brieffreundin und ihre Vision wäre es soweit nicht gekommen: „Ich möchte die weltweite Energiearmut beenden und meinen Beitrag leisten, um aus anderen Methoden der Nutzbarmachung von erneuerbaren Energien mehr Strom zu gewinnen und damit die Welt zu einen besseren Ort für alle zu machen“, sagte Herbst bei der Preisverleihung Mitte Oktober.

An der Discovery Education 3M Young Scientist Challenge nehmen insgesamt zehn Schüler teil. Drei Monate lang arbeiten die Nachwuchs-Erfinder dafür mit Wissenschaftlern des 3M Konzerns zusammen, um ihre Ideen und Entwürfe zu perfektionieren.

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