Für Umwelt- und Artenschutz: Unternehmen vertreibt Papier aus Elefanten-Dung

Für Umwelt- und Artenschutz: Unternehmen vertreibt Papier aus Elefanten-Dung

, aktualisiert 13. September 2016, 16:30 Uhr
Bild vergrößern

Ein ausgewachsener Sri-Lanka-Elefant frisst rund 180 Kilogramm Pflanzen am Tag. Aus seinem Kot macht Elecosy Papierwaren.

von Tobias Finger

Der Bedarf an Papier und Pappe steigt, Methoden zur umweltfreundlichen Erzeugung können nur wenig ausrichten. Ein Unternehmen in Sri Lanka geht einen ungewöhnlichen Weg.

251 Kilogramm – so viel Papier, Pappe und Karton verbrauchten allein die Deutschen 2014 pro Kopf, hat das Umweltbundesamt (UBA) ausgerechnet. Und in vielen Industrienationen steigt der Bedarf nach den Produkten der Papierindustrie. Steigende Altpapiereinsatzquoten machen die Papierproduktion zwar umweltfreundlicher, doch: „Das Mehr an Papierkonsum relativierte den Effizienzgewinn“, schreibt das UBA für Deutschland.

Umweltverbände wie der WWF kritisieren schon lange, dass eine weltweit steigende Nachfrage nach Papier schlecht für die Umwelt sei. Neben dem Wasser- und Energieaufwand für die Produktion gilt die Rodung von Wäldern als fatal. 15 Milliarden Bäumen werden jährlich weltweit laut einer Veröffentlichung im Fachmagazine „Nature“ gefällt. Ein bedeutender Teil davon entfällt auf die Papierindustrie.

Anzeige

Das Unternehmen Elecosy zeigt einen, nun ja, außergewöhnlichen Weg, wie man dem Problem im Kleinen entgegenwirken kann: Statt Bäume zu roden, verarbeiten die lokalen Produzenten in Sri Lanka Elefantendung. Diesen nicht gerade alltäglichen Rohstoff gibt es vor Ort in Hülle und Fülle. Ein ausgewachsener Sri-Lanka-Elefant isst rund 180 Kilogramm Pflanzenmasse am Tag – und scheidet die Abfallprodukte der Verdauung 16 Mal täglich aus.

Der Kot der Elefanten ist auf Grund ihrer vegetarischen Diät reich an Pflanzenfasern, die als Ballaststoffe ausgeschieden werden. Nachdem die Arbeiter ihn gesammelt, zur Desinfizierung abgekocht und anschließend getrocknet haben, vermischen sie die Elefanten-Äpfel mit vor Ort gesammeltem Altpapier. Aus dieser Mischung werden in mühevoller Handarbeit verschiedenste Papierprodukte wie Notizblöcke, Geschenkpapier und Taschenkalender gefertigt. Die Produkte vertreibt das Unternehmen über einen Onlineshop.

Schritt in die richtige Richtung

Elecosy kooperiert mit der Millennium Elephant Foundation, die sich dem Schutz der bedrohten Sri-Lanka-Elefanten verschrieben hat. Die ihr angeschlossene Maximus Paper Company begann schon 1997 mit der Produktion des außergewöhnlichen Papiermix‘ und gab den Menschen vor Ort in Kegalle neue Verdienstmöglichkeiten und einen Grund, die Elefanten zu schützen.

Alternative für Veganer Start-up bringt Öko-Milch aus Erbsen auf den Markt

Ein Lebensmittel-Start-up mitten im High-Tech-Mekka: Ripple Foods bastelt im Silicon Valley an pflanzlichen Milch-Alternativen.

Vegan und umweltfreundlich soll die Erbsenmilch sein. (Symbolbild) Quelle: dpa

Doch für die Herstellung des Dung-Papiers braucht es eine Menge Wasser. Und die Kessel zum Abkochen  werden mit Holzfeuern geheizt, die wiederum umweltschädliche Treibhausgase erzeugen. Auch wenn die ungewöhnliche Papiererzeugung ein Fortschritt ist: Es bleibt noch eine Menge Arbeit, bis unser Bedarf an Papier tatsächlich umweltneutral gedeckt werden kann. 

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%