Grüne Startups: Diese 3 Regeln sollten Gründer beachten

Grüne Startups: Diese 3 Regeln sollten Gründer beachten

Wer sind meine Kunden, wo hat mein Unternehmen Schwächen und wie setze ich meine Stärken um? So starten grüne Startups erfolgreich in den Markt.

Von Gianina Caviezel und Marvin Kirschner. Gianina Caviezel doktoriert an der Universität St. Gallen und leitet als Gründerin zusammen mit Marvin Kirschner die studentische Unternehmensberatung oikos consulting der Universität St. Gallen. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, Startups aus der Green Economy in verschiedenen betriebswirtschaftlichen Themen zu unterstützen und sie während den einzelnen Phasen ihres Markteintritts zu begleiten. In diesem Artikel beschreiben sie, was grüne Gründer beachten sollten.

Worauf muss man beim Markteintritt eines Startups achten? Wie kann sich eine Geschäftsidee im Markt erfolgreich etablieren? Wo liegen Stolpersteine auf dem Weg von der Idee zur Implementierung im Markt?

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Das sind nur einige der Fragen, mit denen sich Inhaber von Startups auseinandersetzen müssen; auch die Neugründungen in der Green Economy, die sich in Deutschland zwischen 2008 und 2012 in etwa verdoppelt haben.

Den Markteintritts-Prozess muss jedes Startup individuell entwickeln, er läuft nicht wie im Handbuch ab. Jedoch gibt es einige Meilensteine, die jeder Gründer bewusst erreichen und drei Regeln, die er beachten sollte.

1. Eine Marktanalyse durchführenEs ist essentiell, sich mittels Analysen einen Überblick über die interne und die externe Situation, innerhalb welcher sich ein Unternehmen bewegt, zu verschaffen. Folglich nicht nur die Stärken des eigenen Produktes zu kennen, sondern sich auch der vorhandenen Schwächen bewusst zu sein, die Chancen im eigenen Markt zu analysieren und die möglichen Gefahren herauszufinden.

Die Kombination der eigenen Stärken und Schwächen mit den Chancen und Gefahren ermöglicht es Unternehmern, die eigenen strategischen Erfolgspositionen und möglichen Stolpersteine zu erkennen. Diese Erkenntnisse legen die Basis für die Entwicklung einer Markteintritts-Strategie und sind von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Ideen-Implementierung.

Kenntnisse über den eigenen Markt zu erlangen und somit über die Kundensegmentierung basierend auf dem für die Kunden entstandenen Nutzen sind entscheidend während der Entwicklung der Markteintritts-Strategie.

Gerade grüne Startups bewegen sich gern in Nischen-Märkten und im Vordergrund steht meist nicht der Preis. Zu wissen, was die Möglichkeiten im Markt und die Erwartungen der einzelnen Kundengruppen innerhalb dieser Nischen sind und wie diese adressiert werden können, ist entscheidend für eine erfolgreiche Etablierung im Markt.

Dabei ist eine offene Einstellung der Jungunternehmer gegenüber Anpassungsvorschlägen und ergänzenden Ideen seitens der Kunden wichtig. Dieses aktive Lernen vom eigenen Markt und eine gewisse Flexibilität, den erkannten Bedürfnissen gerecht zu werden, vereinfacht den Markteintritt.

Beispiele aus der Praxis

Oikos consulting hat verschiedene Startups bei ihrem Markteintritt und den entsprechenden Analysen begleitet:

So zum Beispiel das Schweizer Startup Anerdgy. Die Firma hat das System WindRail entwickelt, das auf einem Hausdach installiert wird und so Wind, Druckunterschiede und Solarenergie zur Stromerzeugung nutzt. Allerdings hängt die Zweckdienlichkeit stark von geografischen, institutionellen und wirtschaftlichen Faktoren ab, die oikos consulting in einer Marktstudie untersuchte. Basierend auf diesen Markt-Analysen konnte es die Länder hinsichtlich ihrer Eignung klassifizieren.

Es ist etwa nicht empfehlenswert, mit Solaranlagen einfach in den sonnenreichsten Markt einzusteigen. Auch die Gesetzeslage, institutionelle Anreize oder der regional bevorzugte Gebäudestil sind essentiell für den Erfolg des Produktes.

Das Schweizer Startup Captain Plant setzt mit seinem Konzept einer veganen Fast Food Kette auf gesunde Burger. Die Gerichte werden ohne Fleisch zubereitet und entsprechen so dem Bedürfnis verschiedener Kundengruppen nach nachhaltigem, aber auch schnell verfügbarem Essen.

Captain Plant präsentierte seine Burger bereits in einer frühen Phase den Kunden, um von deren Feedback zu profitieren und seine Produkte stetig zu verbessern. Dieses als Lean-Startup-Methode bekanntes Vorgehen wurde 2011 von Eric Ries vorgestellt. Ihr  Ziel ist, möglichst schnell von den Reaktionen der Kunden zu lernen, frühzeitig erste Erfolge zu erzielen und so den richtigen Weg einzuschlagen.

Captain Plant konnte sich so den Bedürfnissen seiner Kunden flexibel anpassen und kann sich entlang der Kundenwünsche weiterentwickeln. Für dieses Startup eignet sich der Lean-Startup-Ansatz aufgrund seines Produktes und seiner zu Beginn regionalen Marktausrichtung ideal.

2. Sich konkrete Ziele setzenErgänzend zu den vorgenommenen Markanalysen und den darauf basierenden individualisierten Vorgehen eines jeden Startups während der einzelnen Phasen des Markteintritts, ist für die Unternehmer essentiell zu wissen, wohin ihre Reise geht. Die eigene Vision mit klar festgelegten Zielen und wie diese zu erreichen sind, sowie Meilensteine, die den Fortschritt regelmäßig überprüfen, gilt es zu entwickeln.

Wichtig ist es dabei, regelmäßig "out-of-the-box" zu denken und die eigene Betriebsblindheit zu überwinden. Es empfiehlt sich daher bei der Entwicklung eines effizienten Markteintrittskonzeptes punktuell externe Erfahrung und Know-how mit einbeziehen, um den Weg erfolgreich zu meistern.

3. Ein schlagkräftiges Team zusammenstellenAuch die richtige Team-Zusammenstellung und motivierte Mitglieder sind eine nicht zu unterschätzende Komponente für Startups. Bringen die verschiedenen Team-Mitglieder ergänzende Fähigkeiten und unterschiedlich ausgerichtete fachliche Schwerpunkte mit, kann durch diese Team-Diversität eine Idee über die eigene Vorstellung hinauswachsen.

Stehen alle hinter einem gemeinsamen Ziel, entsteht ein wertvolles Commitment zum eigenen Unternehmen - eine zentrale Voraussetzung für die Etablierung der Idee am Markt. Nur wenn sich die Team-Mitglieder mit der Idee identifizieren, stehen sie auch in schwierigen Zeiten hinter dem Unternehmen und können gemeinsam Stolpersteine meistern.

Verschaffen sich Unternehmer einen Überblick über den Markt, beziehen die Kundenbedürfnisse mit ein, reagieren offen und flexibel auf Veränderungen, haben stets ihr übergreifendes Ziel vor Augen und arbeiten in einem engagierten Team, sind bereits einige der wichtigen Bausteine gelegt, um eine Idee erfolgreich im Markt zu etablieren.

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