Innovation: Dusche recycelt Wasser und spart Strom

Innovation: Dusche recycelt Wasser und spart Strom

von Andreas Menn

Hunderte Euro geben Deutsche jedes Jahr für warmes Wasser aus. Eine neue Dusche recycelt ihr Wasser - und spart damit 80 Prozent Energie ein.

Der Wasser sparende Duschkopf gehört inzwischen zum deutschen Standardinventar wie die Biotonne oder die Energiesparlampe. Trotzdem geben die Deutschen immer noch rund 520 Euro pro Jahr für warmes Wasser aus, gemessen am Verbrauch eines Vierpersonenhaushalts (1800 Kilowattstunden Strom, 29 Cent pro Kilowattstunde). Und die Energiepreise steigen.

Da kommt eine neue Spar-Idee aus Schweden gerade recht: Die Wasser recycelnde Dusche. Das Startup Orbital Systems hat eine Duschkabine gebaut, die das gebrauchte Wasser ganz von selbst aufbereitet: Während sich der Nutzer noch einseift, fließt das erste frisch gesäuberte Wasser schon wieder durch die Brause.

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Angeblich soll die Wunder-Dusche mehr als 90 Prozent weniger Wasser verbrauchen als heutige Modelle. Obendrein soll sie die Energiekosten um 80 Prozent senken. Denn das recycelte Wasser ist schließlich noch warm, wenn es die Extrarunde durch den Schlauch dreht. Wer zehn Minuten duscht, verbraucht damit nur noch fünf statt 150 Liter Wasser

Die Technik dahinter kommt aus der Raumfahrt: Auf der Raumstation ISS etwa hat es sich längst bewährt, Wasser zu recyceln. Dort trinken die Astronauten Wasser, das zigmal mit Hilfe von Spezialfiltern aus Abwasser zurückgewonnen wird. Mehrdad Mahdjoubi, Industriedesigner und Gründer von Orbital Systems, hat diese Technik nun für den Alltagsgebrauch weiterentwickelt.

Skype-Gründer gibt StartkapitalZusammen mit Forschern vom Johnson Space Center der US-Weltraumbehörde NASA entstand die OrbSys-Shower. Unter ihrer Duschwanne sind Filter angebracht, durch die das Brauchwasser fließt. Genauere Angaben über die Funktionsweise macht das Startup nicht. Tests sollen gezeigt haben, dass das recycelte Wasser sogar sauberer ist als das Trinkwasser aus dem Hahn.

Bei einem Pilotprojekt in einem Freibad im schwedischen Malmö hat sich die Technik diesen Sommer schon bewährt. Dort installierte Orbital Systems zwei seiner Spar-Duschen. Die Bilanz: Mehr als 100.000 Liter Wasserersparnis. Weitere Tests sollen folgen - ein prominenter Finanzier ist dafür bereits gefunden, nämlich Niklas Zennström, Gründer der Internettelefon-Software Skype.

Was die neue Dusche kosten wird, darüber gibt das Startup noch keine Auskunft. Immerhin: Laut einem Vergleichsrechner auf der Webseite der Schweden kann ein Haushalt mit der Technik angeblich hunderte Euro sparen. Und den Wasser sparenden Duschkopf braucht es dann auch nicht mehr.

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