Marke Eigenbau: Tüftler entwickelt Windturbine für 22 Euro

Marke Eigenbau: Tüftler entwickelt Windturbine für 22 Euro

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Das Laufrad eines Fahrrades, Aluminiumbleche und etwas Draht - daraus baut der Erfinder Connell in 52 Schritten eine Windturbine. (Foto: solarflower.org)

von David Sahay

Nur das Laufrad eines Fahrrades und ein paar Scheiben Blech: Die erstaunliche Billig-Windturbine eines US-Erfinders.

Das Laufrad eines Fahrrades, Aluminiumbleche und etwas Draht - viel mehr ist nicht nötig, um eine eigene Windturbine zu bauen. Das behauptet zumindest Daniel Connell, ein Tüftler aus Neuseeland.

Bei Connells Entwurf handelt es sich um eine Windkraftanlage mit vertikaler Achse. Die meisten herkömmlichen, großen Windräder drehen sich mit drei Flügeln um eine horizontale Achse. Dabei bietet die vertikale Bauweise im Kleinen einige Vorteile: Anders als ihr waagerechtes Pendant drehen sich Windturbinen mit vertikaler Achse unabhängig von der Windrichtung. Sie sind einfach herzustellen, aufzubauen und zudem sehr robust.

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Das macht sie vor allem für Entwicklungsländer attraktiv. Daniel Connell hat das erkannt und bietet nun eine Anleitung (hier in englischer Sprache) für eine Windturbine, deren Herstellung umgerechnet 11 bis 22 Euro kosten soll.

Das Geheimnis hinter dem günstigen Preis: Mit Ausnahme von Schrauben und Nieten lässt sich die Turbine komplett aus Schrott hergestellen. Connell hat darauf geachtet, nur leicht verfügbares Material und Werkzeug zu verwenden.

Die größte Hürde ist dabei eine Bohrmaschine, ohne die es leider nicht geht. Und einen Generator, der die Windenergie in Strom umwandelt, braucht der Nutzer natürlich auch.

Erstaunlich wirksam

Connell verspricht, dass eine Person innerhalb von sechs Stunden die Basis-Version mit drei Flügeln mühelos zusammenbauen kann. Etwas langwieriger wird es, wenn man die Turbine weiter optimiert: Drei weitere Flügel am unteren Ende der Stange verbessern Effizienz und Stabilität – die Windkraft belastet die Stange im Zentrum so gleichmäßiger.

Der Eigenbau ist selbst in der Basis-Ausführung erstaunlich wirksam. Connells Konstruktion soll rund 40 Prozent der Energie im Wind in Energie umwandeln - damit liegt die Turbine etwa 10 Prozent hinter modernen Anlagen, wie sie in Deutschland Verwendung finden.

In Entwicklungsländern sind vor allem fehlende Netzanbindungen ein Problem. Die geringe, aber dezentrale Leistung der Windturbine Marke Eigenebau ist daher besser als gar keine Energie.

Sturm in der Turbine

Laut Connell wurde seine Turbine bisher erfolgreich bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometer pro Stunde getestet. Die erweiterte Version mit sechs Flügeln mache den Einsatz bei bis zu 105 Kilometer pro Stunde möglich. Das zeigt, wie robust der Eigenbau ist: Windgeschwindigkeiten ab 75 Kilometer pro Stunde gelten laut dem deutschem Wetterdienst bereits als Sturm.

Bei durchschnittlich 60 Kilometer Windgeschwindigkeit in der Stunde soll die Turbine mindestens ein Kilowatt leisten können. Das reicht locker, um einen sparsamen Laptop und ein paar Glühlampen zu betreiben.

Der Erfinder hat sich bereits in der Vergangenheit mit Grünstromanlagen zum selber machen beschäftigt. So entwickelte er unter anderem eine Anleitung für die „Solarflower“, einen Sonnenkollektor, der mithilfe von Spiegeln Licht bündelt und nutzbar macht.

Auch die Solarflower kann aus Schrott gebaut werden und soll für unter 36 Euro mehrere Kilowatt Leistung aus Sonnenstrahlen erzeugen können. Hier gibt es eine frei verfügbare Anleitung des kleinen Sonnenkraftwerks.

Zum Schluss noch ein Video, das einen Prototypen der Windturbine in Aktion zeigt:

Korrektur: In einer früheren Version dieses Aritkels hieß es, Connell stamme aus den USA. Das stimmt nicht. Connell kommt aus Neuseeland. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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