Nachwachsende Packung: Tetra Pak fertigt Kartons aus 100 Prozent pflanzlichen Rohstoffen

Nachwachsende Packung: Tetra Pak fertigt Kartons aus 100 Prozent pflanzlichen Rohstoffen

von Anna Gauto

Tetra Pak bringt die erste Verpackung aus nachwachsenden Rohstoffen auf den Markt.

Bislang konnte Tetra Pak sich für seine Verpackungen rühmen, weil sie aus 75 Prozent nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Für 2015 geht der Marktführer von Verarbeitungs- und Verpackungslösungen für Lebensmittel weiter in die Offensive.

Im kommenden Jahr will Tetra Pak die weltweit ersten Verpackungen auf den Markt bringen, die vollständig aus den nachwachsenden Rohstoffen Holz und Zuckerrohr bestehen.

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Verschluss und Beschichtung aus BioplastikGemeinsam mit dem Spezialisten für Biokunststoffen, Braskem, haben die Schweden die „Tetra Rex®“-Verpackung entwickelt. Sowohl der Verschluss, üblicherweise aus herkömmlichem Plastik, als auch eine Beschichtung, die dafür sorgt, dass keine Feuchtigkeit, Sauerstoff und Licht mit den Lebensmitteln in Kontakt kommen, sind auf Basis von Zuckerrohr gefertigt. Braskem nutzt dafür aus Zuckerrohr gewonnenes Ethanol zur Herstellung von Ethylen, das dann in Polyethylen umgewandelt wird.

Hauptbestandteil der Verpackung ist Rohkarton aus Holz, das durch den Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert ist und damit aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt.

Ein Unternehmen wie Saperatec, das darauf spezialisiert ist, Verpackungsmaterial in seine Bestandteile zu zerlegen und so vollständig zu recyceln, sieht sein Geschäftsmodell aber nicht gefährdet. Denn der Biokunststoff hat dieselben Eigenschaften wie Kunststoff aus fossilen Quellen. Das bedeutet, er gehört nicht auf den Kompost und muss wie herkömmliches Polyethlyen recycelt werden.

"Indem wir den Anteil nachwachsender Rohstoffe in unseren Verpackungen erhöhen, tun wir nicht nur etwas Gutes für die Umwelt, sondern verschaffen unseren Kunden auch einen Wettbewerbsvorteil, indem wir das ökologische Profil ihrer Produkte schärfen“, sagt Charles Brand von Tetra Pak.

Ob die Getränkehersteller das auch so sehen, wird sich zeigen. Denn Kosten für die Bio-Packungen dürften zu Beginn etwas höher liegen: Noch ist das organische Plastik teurer und die Liefer-Infrastruktur noch nicht ausgebaut, wie man bei Tetra Pak einräumt.

Zudem handelt es sich erst einmal um Verpackungen für frische Produkte. Tetra Paks für Haltbares wie Säfte oder H-Milch enthalten noch eine Aluminium-Schicht. Hier sucht das Unternehmen nach pflanzlichen Alternativen.

Dass nachwachsende Kartons das grüne Image von Lebensmittelherstellern aufwerten und sie damit neue Kundensegmente erschließen können, zeigt indes das Beispiel Coca Cola. Für die Verpackung seiner Marke Del Valle erhielt der Getränke-Riese erst kürzlich in Brasilien einen renommierten Verpackungs-Preis. Er wurde dafür ausgezeichnet, als erster Konzern Tetra Paks zu verwenden, die mit bio-basierter LDPE-Folie (Polyethylen niedriger Dichte) aus Zuckerrohr beschichtet sind.

„Derzeit haben die Kunden die Wahl zwischen Biopackungen und konventionellen Tetra Paks" sagt Christina Chester von Tetra Pak. "Wir nehmen aber an, dass sich die Preise angleichen werden“. Dann stünde einer flächendeckenden Verwendung der nachhaltigen Kartons nichts mehr im Wege.

Wann die neuen Verpackungen in den Regalen deutscher Supermärkte stehen werden, kann das Unternehmen noch nicht absehen. Entscheiden würden das die Kunden und der Handel.

 

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