Solarfolie: So lädt die Sonne künftig Handys auf

Solarfolie: So lädt die Sonne künftig Handys auf

Ein Startup hat eine Solarfolie für Displays entwickelt, die Strom produziert. Auch an Autos und Gebäuden soll sie einsetzbar sein.

Die französische Firma Sunpartner hat eine Solarfolie entwickelt, die Akkus von Smartphones laden kann. Die transparente, einen halben Millimeter dünne Schicht lässt sich einfach aufs Display von Handys kleben.

Bereits geschätzte 1,5 Milliarden Smartphones gibt es weltweit, alleine im letzten Halbjahr 2012 kamen 400 Millionen Geräte dazu. Das wird langsam auch für den Stromverbrauch und somit für die Umwelt zum Problem. Zwar kostet der Strom für ein einzelnes Smartphone nur rund 50 Cent im Jahr. Zusammengenommen verbrauchen aber alleine alle iPhones der neuesten Generation so viel Energie wie 50.000 US-Haushalte, rechnet der Blog „Lifehacker“ vor.

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„Die Batterie ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“, sagte Matthieu de Broca von Sunpartner am Rande der „Launch: Silicon Valley“ Konferenz im kalifornischen Santa Clara. „Die Gerätehersteller müssen nachhaltige Lösungen finden, um mehr Akkulaufzeit herauszuholen.“ Die „Crystal“ Technologie von Sunpartner soll genau das leisten: es sind durchsichtige Solarzellen auf einer Polymerschicht, die das Startup entweder unter oder über den Touchscreen platziert.

Sobald Sonnenstrahlen auf das Display fallen, und sobald sie reflektiert werden, zapft die Folie einen Teil davon ab – rund zehn Prozent Bildschirmhelligkeit geht deshalb bei dem Prozess verloren, im Gegenzug fließt Strom. Über Elektroden an den Ecken der Folie wird der Strom direkt zum Akku geleitet. Das reiche zwar nicht, um das Handy komplett aufzuladen, sagte de Broca, „aber wir verhindern, dass sich der Akku entlädt.“

Folie könnte auch Strom auf Gebäuden generierenEine Stunde in der Sonne ergebe so rund 10 Minuten zusätzliche Gesprächszeit. Das macht die Technik auch für den Notfall interessant, etwa wenn man sich in der Wildnis verlaufen hat.

Auch an andere Anwendungen denken die Franzosen bereits. Denn im Prinzip funktionieren die dünnen Solarmodule auf allen glatten Flächen  - sie könnten daher auch Außenwerbung, oder Sensoren in „Smart Buildings“ mit Strom versorgen. Auch an durchsichtigen Solarmodulen für Fensterscheiben und Autos forscht Sunpartner gerade.

Ab Oktober geht die Technologie in eine kleine Serienproduktion, dann sollen in Aix-en-Provence Folien für 60.000 Smartphones pro Monat hergestellt werden. Später möchte Sunpartner die patentierte Technologie direkt an die Hersteller lizensieren. Für ein vier bis fünf Zoll großes Display peilen die Franzosen Stückkosten zwischen zwei und drei Dollar in der Serienfertigung an.

Die Folien wird es also nicht im Laden als Accessoire zu kaufen geben, sie müssen schon in der Fabrik eingebaut werden. „Wir verhandeln gerade mit fünf der zehn größten Smartphone-Hersteller“, sagte de Broca zu WiWo Green. Demnächst könnten Handys also tatsächlich ihren eigenen Strom produzieren.

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