Spenden statt Bezahlen: Münchener Startup entwickelt soziale Flohmarkt-App

Spenden statt Bezahlen: Münchener Startup entwickelt soziale Flohmarkt-App

von Nora Marie Zaremba

Die Flohmarkt-App von Swop-Team macht alte Gegenstände zu Geld für soziale Einrichtungen.

Jeder hat ein paar alte Gegenstände im Keller oder unter dem Bett verstaut. Der ausrangierte Kinderwagen lässt sich vielleicht bei Ebay-Kleinanzeigen zu Geld machen. Aber dann auch noch die Lampe oder das Sofakissen zu verkaufen, ist doch sehr aufwendig.

Wer die Sachen nicht einfach weg schmeißen will, verschenkt sie an Freunde – oder an eine soziale Einrichtung. Diese allerdings können mit Sachspenden oft nichts anfangen. Die Gegenstände müssen beispielsweise bestimmte Hygienekriterien erfüllen. Gerade in Deutschland sind die Vorgaben streng.

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Für verschenkte Gegenstände Geld spendenHier springt das Swop-Team ein. Das Start-up aus München hat eine Flohmarkt-App entwickelt. Auf einer digitalen Plattform werden die gebrauchten Gegenstände eingestellt und können so einen neuen Abnehmer finden.

Eigentlicht nichts neues. Wer aber an einem der Gegenstände interessiert ist, muss nicht zahlen, sondern kann spenden. Mit einem Klick wird das Geld über Bezahltools wie Paypal oder Charity-SMS abgebucht.

Gründer des Swop-Teams sind der Maschinenbauer Matthias Hoffmann (34) und der Werbetexter Christoph Kastenbauer (36). Den Anstoß zur Idee gab eine alte Kommode, die Hoffmann von seiner Großmutter geerbt hatte, die er aber nicht verwenden konnte.

Auf einer Party entwickelten die beiden dann die neue Art des Fundraisings. Mittlerweile sind weitere Mitstreiter an Bord – ein Finanzberater, ein Softwareingenieur und ein Webdesigner. Den Vorgang des Tauschens nennt das gesamte Team nur noch„swoppen“.

Vor allem lokale Einrichtungen unterstützenDas „geswoppte“ Geld geht an gemeinnützige Organisationen. Nach regionalem Prinzip: Münchner spenden immer für Münchner Einrichtungen, Hamburger für Hamburger: „Die Erfahrung zeigt, dass die Leute lieber an Projekte spenden, mit denen sie sich identifizieren“, sagt Kastenbauer.

Deutschland ist ein Spendenland. Rund fünf Milliarden Euro jährlich gehen an gemeinützige Einrichtungen und Projekte. Die kleineren gehen aber oft leer aus. Die Flohmarkt-App will daher ganz besonders die lokalen Projekte bekannt machen.

Noch läuft die Crowdfunding-KampagneZunächst aber soll die App technisch weiter entwickelt werden, so dass es bald auch eine webbasierte Version gibt. Die dafür aufgesetzte Crowdfunding-Kampagne liegt in den letzten Zügen – das Fundingziel von 15.000 Euro ist bereits erreicht.

Leben kann das Swop-Team von der Flohmarkt-App alleine noch nicht. „Aber wir sind auf einen gutem Weg“, findet Kastenbauer. Er kann sich vorstellen, enger mit Städten zusammenzuarbeiten. Dann könnten bald auch Kitas oder Schulen auf der Plattform vertreten sein.

Ganz kostenlos ist es für die Organisationen nicht: Sie entrichten einen Beitrag an das SWOP-team, der sich nach der Höhe der eingegangenen Spenden richtet. Verglichen mit den Gebühren, die sonst so im Sozialmarketing anfallen, soll dieser laut Kastenbauer aber gering bleiben.

Korrektur: In einer früheren Version des Artikel hieß es, der Service sei für die Organisationen kostenlos. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

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