Goodbye Smog: Luftverschmutzung in US-Städten nimmt deutlich ab

Goodbye Smog: Luftverschmutzung in US-Städten nimmt deutlich ab

von Anna Gauto

Die Luftqualität in US-Großstädten verbessert sich. Weltweit zeigt der Trend aber in eine andere Richtung.

Es war während einer Hitzewelle im Sommer 1946, als es in Los Angeles plötzlich dunkel wurde. Abgase, Sonne, ungünstige Winde und die Lage der Stadt, die von Bergen eingekesselt ist, sorgten dafür, dass dichter Smog L.A. einhüllte. Den Menschen tränten die Augen, viele klagten über Halsschmerzen.

Wesentlich schlimmer traf es London im Dezember 1952. Vier lange Tage lag ein grauer Vorhang, durch den man nicht weiter als 30 Zentimeter sehen konnte, über der Hauptstadt. Der als Big Smoke bekannte "Todesnebel" forderte 12.000 Menschenleben, um die 100.000 Personen erlitten Atemwegserkrankungen. Der Spuk endete erst, als Südwestwind aufkam und den Smog aus der britischen Metropole wehte.

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Weniger Stickstoffdioxid in US-StädtenHorror-Szenarien wie in London gehören zum Glück der Vergangenheit an, das gilt zumindest für die Großstädte der USA. Aktuelle Satellitenbilder der US-Raumfahrtbehörde NASA zeigen, dass die Luftverschmutzung im ganzen Land, aber vor allem in den Städten, zwischen 2005 und 2011 deutlich abgenommen hat.

Der Hintergrund: Mittlerweile ist sehr viel weniger giftigen Stickstoffdioxid, NO2, in der Luft als damals. NO2 bildet sich, wenn fossile Energieträger wie Gas, Kohle und Öl verbrennen. Stickstoffdioxid verursacht Kopfschmerzen und Schwindel und kann in hoher Konzentrationen Atemnot und Lungenödeme auslösen. Außerdem befördert es die Bildung von Umweltgiften wie bodennahem Ozon.

Die folgende Aufnahme zeigt die Luftverschmutzung an der Nord-Ostküste der USA im Jahr 2005. In dieser Region hat sich die NO2-Konzentration am deutlichsten reduziert. Zu sehen sind Richmond, Washington, Baltimore, Philadelphia, New York City, Boston und die Städte dazwischen.

Im Jahr 2011 hat die Luftverschmutzung an der amerikanischen Nord-Ostküste deutlich abgenommen:

Zehn Jahre hat das Ozon-Überwachungssystem (OMI) auf dem „Aura-Satelliten“ der NASA Daten gesammelt. Das erfreuliche Ergebnis:  In den amerikanischen Ballungszentren atmen die Menschen weniger Giftstoffe ein. So fiel der Anteil von Stickstoffdioxid in Denver um 22 und in New York City um 32 Prozent. In Atlanta, das viel dafür getan hat, die Emissionen seiner Kraftwerke zu reduzieren, ist der Anteil sogar um 42 Prozent gesunken.

Das Ergebnis mag viele überraschen, denn in den USA fahren heute nicht weniger sondern mehr Autos als 2005. Entscheidend für die positive Entwicklung sind nach Meinung von Experten besonders Umweltauflagen und verbesserte Technologien.

142 Millionen US-Bürger atmenweiter schmutzige LuftDurchatmen können viele US-Bürger deshalb aber noch lange nicht. „Obwohl sich unsere Luftqualität in den vergangenen Jahrzehnten verbessert hat, haben wir noch Arbeit vor uns. Besonders Ozon und Feinstaub sind weiterhin Probleme“, zitiert die NASA ihren Spezialisten Bryan Duncan, vom Goddard Space Flight Center in Greenbelt. Tatsächlich leben in den Staaten immer noch 142 Millionen Menschen in Regionen, die die US-Umweltschutzbehörde EPA als „verschmutzt“ und „ungesund“ einstuft.

Auch den Klimawandel spüren die Amerikaner schon heute. Denn die Temperaturen sind in den vergangenen Dekaden kontinuierlich gestiegen, begleitet von Dürren und Überschwemmungen.

Auch mit Blick auf die OECD-Staaten plus China und Indien möchte man am liebsten die Luft anhalten. Denn verpestete Luft, so das Resultat einer OECD-Studie, tötet jedes Jahr weltweit 3,5 Millionen Menschen. In Deutschland fallen den gesundheitlichen Folgen der Luftschadstoffe jedes Jahr rund 42.600 Menschen zum Opfer.

Wer keine Angst vor einem tiefen Atemzug haben will, sollte ohnehin lieber aufs Land ziehen. Denn Städter müssen weitestgehend auf Frischluft verzichten. Fast 90 Prozent weltweit atmen Luft, deren Belastung deutlich über den von der WHO empfohlenen Grenzwerten liegt.

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