Energie: Diese Heimbatterie soll den Strommarkt aufmischen

Energie: Diese Heimbatterie soll den Strommarkt aufmischen

von Benjamin Reuter

Günstig und zehn Jahre Garantie: Damit lockt das Unternehmen Sonnenbatterie Käufer für seinen Solarstromspeicher. Was dahinter steckt.

Weil die Absatzzahlen für Solaranlagen in Deutschland schwächeln, hoffen die Unternehmen auf ein neues Zugpferd: Stromspeicher für den Privatgebrauch. In der Theorie sind diese ziemlich attraktiv: denn wer eine Solaranlage auf dem Dach hat, kann mit einer Batterie seinen Stromverbrauch weitgehend autark vom öffentlichen Energieversorger organisieren.

Die Speicher hatten bisher aber zwei entscheidende Probleme: Sie waren zu teuer und ihre Haltbarkeit war umstritten.

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Das will das Startup Sonnenbatterie aus dem Oberallgäu jetzt aber ändern. Das Jungunternehmen zählt sich selbst zu den Vorreitern auf dem Markt für Hausakkus und fing schon im Jahr 2008 an, eigene Speicher zu entwickeln (die Zellen dafür kommen aus Asien). Inzwischen gibt es auf dem Markt zahlreiche Konkurrenten und bisher, so gibt auch der Chef des Unternehmens Christoph Ostermann zu, verkaufte sich seine Technik eher im "Premiumsegment".

Jetzt hat Ostermann einen Speicher mit dem Namen Eco vorgestellt, der der Technik endgültig zum Durchbruch verhelfen soll. Besitzer einer Solaranlage sollen damit ihren eigenen Strom zu Kosten von rund 30 Cent pro Kilowattstunde produzieren und speichern können.

Auf Augenhöhe mit SteckdosenstromDas ist deshalb interessant, weil inzwischen auch Strom aus der Steckdose 25 bis 30 Cent kostet und die Preise mittelfristig wohl weiter steigen werden. Selbstversorger zu sein und den Energieversorgern ein Schnippchen zu schlagen, lohnt sich also immer mehr. In ein paar Jahren, wenn die Preise für die Akkus weiter sinken, könnten sich damit hunderttausende Privatpersonen, die eine Solaranlage haben, weitgehend unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung machen.

Die Rechnung von Sonnenbatterie geht dabei folgendermaßen: Solarstrom vom Dach kostet um die zehn Cent pro Kilowattstunde, sie in dem Akku des Unternehmens zu speichern, kostet zusätzlich rund 20 Cent (mit einer Förderung der KFW-Bank). Gerechnet sind die Werte auf eine Akku-Betriebsdauer von zwanzig Jahren (dass der Speicher sich innerhalb von zehn Jahren auf diese Weise rechnet, müssten pro Jahr bis zu 5000 Kilowattstunden gespeichert werden; für einen Haushalt ist das eher unwahrscheinlich).

Hat sich die Sonnenbatterie einmal amortisiert, fallen nur noch geringfügige Betriebs- und Wartungskosten an – der Besitzer beginnt also Geld zu sparen. Allerdings: Noch liegen die Kosten für Photovoltaik-Strom vom Dach eher bei 12 Cent.

Garantie als Kaufentscheidung?Über die ersten zehn Jahre gewährt Sonnenbatterie eine Vollgarantie für seinen Akku, sprich die Zellen werden ausgetauscht, wenn sie vorher schlapp machen. Das Risiko für die Käufer soll damit möglichst gering gehalten werden. Auch die Haltbarkeit soll ordentlich sein, jedenfalls nach Unternehmensangaben: Bis zu 5000 Ladezyklen würden die Lithium-Eisenphosphat-Batterien ohne Leistungsverlust überstehen. Die Batterietechnik sei zudem seit Jahren in Bussen im Einsatz und deshalb bewährt.

Das könnte der eigentliche Vorteil der Batterie sein: Denn sie ist zwar in der kleinsten Version (4,5 kWh Kapazität, 3,5 kWh nutzbar), die wie ein Schränkchen an die Wand passt, nicht signifikant günstiger (Kostenpunkt 5900 Euro, die 9,5 kWh-Variante kostet 9900 Euro) als die Konkurrenz. Die Garantie könnte viele Käufer aber doch überzeugen, sich ein solches Gerät zuzulegen. Denn das Risiko, mit dem Speicher viel Geld zu verlieren, sind damit erheblich gemindert.

"Es ist für PV-Besitzer mittlerweile wirtschaftlich fahrlässig, keinen Akku zu nutzen", sagt Sonnenbatterie-CEO Christoph Ostermann. Ob die Kunden das auch so sehen, wird sich zeigen.

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Weitere Speichersysteme haben wir hier vorgestellt: Deutsche Energieversorgung, Eva Technologies und RWE.

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