SkyWind und Co.: Kleinwindanlagen überwinden ihre Kinderkrankheiten

SkyWind und Co.: Kleinwindanlagen überwinden ihre Kinderkrankheiten

von Wolfgang Kempkens

Der Markt für Kleinwindanlagen wächst, denn die Mühlen und Räder werden zunehmend konkurrenzfähig.

Windstrom profitierte in den vergangenen Jahren von sinkenden Preisen, an denen nun auch Haus- und Grundbesitzer teilhaben sollen. Denn immer mehr Entwickler arbeiten an Kleinwindanlagen.

Das Problem, dass bei geringer Höhe auch nur eine geringe Windausbeute möglich ist, scheinen diese immer besser in den Griff zu bekommen. Das zeigt nun auch ein gerade mal fünf Jahre altes Unternehmen aus Langenhagen - mit einer raffinierten Lösung.

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Fritz Unger, Geschäftsführer des Unternehmens FuSystems SkyWind, hat einen merkwürdig geformten zweiflügeligen Rotor aus Duraluminium entwickelt. Dieser Werkstoff ist besonders fest und leicht. Vor allem die Luftfahrtindustrie nutzt dieses Material.

Mit der Duraluminium-Lösung hat Unger eine Kinderkrankheit seines Systems beseitigt, das ihn zwischenzeitlich in die Insolvenz stürzte. Die ersten Rotoren hielten die Belastungen im Betrieb nicht aus und flogen in Fetzen. Das neue Material ist so robust, dass es selbst Stürme übersteht.

Auch das Dach, auf dem die Halterung befestigt ist, leidet nicht unter Vibrationen. Mast und Unterbau sind durch eine Gummilagerung voneinander getrennt.

Keine Schatten, keine ReflektionenMehrere Störgrößen, die die Nutzung von Kleinwindanlagen in bebautem Gebiet erschweren, hat Unger beseitigt. So läuft der Rotor erst bei einer Windstärke von 3,8 Metern pro Sekunde an. Von einem Augenblick zum anderen erreicht er 200 Umdrehungen pro Minute. Störende Schatten, wie sie Großwindmühlen werfen, sind dadurch ausgeschlossen. Bei einem so hohen Tempo sind sie nicht zu sehen. Auch störende Lichtreflexe gibt es nicht.

Die Flügel sind mit einem speziellen Pulver beschichtet, das Sonnenstrahlen nicht reflektiert. Zudem lässt sich die Anlage an der Spitze eines relativ dünnen Masts befestigen, denn sie wiegt gerade mal 15,5 Kilogramm.

Auch der Preis kann sich sehen lassen. Rund 3400 Euro kostet ein Ein-Kilowatt-Modul einschließlich Mehrwertsteuer und Montage. Zum Vergleich: Solarmodule mit gleicher Spitzenleistung kosten etwa 1500 Euro. Windenergieanlagen erzeugen allerdings, wenn sie an einem windexponierten Standort stehen, mindestens doppelt so viel Strom pro Jahr wie Solaranlagen.

Anders als viele Konkurrenzprodukte ist Ungers Mühle zertifiziert. Das erledigte das Prüfunternehmen Windtest Grevenbroich. Innerhalb von sechs Monaten ermittelte das Unternehmen sämtliche Kennzahlen der Anlage. Damit können Käufer sich auf die Angaben im Datenblatt verlassen. Rund 200 Mühlen hat Unger bereits verkauft, vor allem an deutsche Kunden. Einige drehen sich auch in Japan, Finnland und Kuwait.

Innovativer RotorWenn es ein vertikales sogenanntes Savoniusrad sein soll, profitieren Kunden ohnehin von einer geringen Lautstärke und größerer Sturmsicherheit. Allerdings brauchen diese Windmühlen mit hohem Eigengewicht und niedrigem Wirkungsgrad vergleichsweise starken Wind, um richtig auf Touren zu kommen.

Der deutsche Entwickler LuvSide will aber auch dieser Technologie zur Serienreife verhelfen: Mit Hochleistungskunststoff und einer patentierten Rotorgeometrie, die mit einem Vorflügel störende Strömungsabrisse und Verwirbelungen vermeidet.

25 Prozent mehr Leistung im Vergleich zu klassischen Savonius-Anlagen versprechen die Ingenieure dahinter. Der Kunststoff soll zudem eine lange Haltbarkeit garantieren. Die inklusive des Generators komplett in Deutschland gefertigte Anlage soll aber erst im kommenden Jahr in Serie gehen.

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Mitarbeit: Peter Vollmer

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