Digitale Revolution: Das zweite Maschinenzeitalter bricht an

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GastbeitragDigitale Revolution: Das zweite Maschinenzeitalter bricht an

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Mit der Dampfmaschine begann die Industrielle Revolution. Heute wird sie von den schnellen Entwicklungen der Industrie 4.0 auf die nächste Stufe gebracht

Die nächste digitale Revolution wird unser aller Leben verändern. Und fest steht: Die Digitalisierung birgt heikle Herausforderungen.

Was sind die Errungenschaften der Menschheitsgeschichte? Wie jeder schnell merkt, der sich diese Frage stellt, ist sie nicht so leicht zu beantworten. Wann beginnt die "Menschheitsgeschichte" eigentlich?

Schwer zu beantworten ist unsere Eingangsfrage aber auch deshalb, weil nicht von vornherein klar ist, welche Kriterien wir anlegen sollten: Welche Entwicklungen sind denn wirklich bedeutend?

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Die meisten von uns würden vermutlich sagen, ein Vorfall oder Schritt, der den Lauf der Welt verändert – der die Kurve der Menschheitsgeschichte umlenkt.

Einschneidendes Erlebnis

Viele tausend Jahre tendierte die Kurve der menschlichen Entwicklung langsam aufwärts – quälend langsam, fast schon unmerklich. Tiere und Bauernhöfe, Kriege und Imperien, Philosophien und Religionen übten allesamt nur geringen Einfluss aus. Doch vor reichlich 200 Jahren ereignete sich plötzlich etwas Einschneidendes, das die Kurve der Menschheitsgeschichte – der Bevölkerung und ihrer sozialen Entwicklung – um fast 90 Grad knickte.

"The Second Machine Age: Wie die nächste digitale Revolution unser aller Leben verändern wird" ist im Oktober 2014 im Plassen Verlag erschienen. ISBN 3864702119, Preis: 24,99 Euro Quelle: Presse

"The Second Machine Age: Wie die nächste digitale Revolution unser aller Leben verändern wird" ist im Oktober 2014 im Plassen Verlag erschienen. ISBN 3864702119, Preis: 24,99 Euro

Bild: Presse

Der Knick fällt mit einer Entwicklung zusammen, über die wir schon viel gehört haben: die industrielle Revolution, also das Zusammenspiel mehrerer nahezu zeitgleicher Entwicklungen im Maschinenbau, in der Chemie, in der Metallurgie und anderen Disziplinen.

Mit Dampf fing alles an

Dabei können wir sogar ganz genau sagen, welche Technik die wichtigste war – nämlich die Dampfmaschine, und zwar die von James Watt und seinen Kollegen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelte und verbesserte.

Vor Watt waren Dampfmaschinen äußerst ineffizient. Sie schöpften nur rund ein Prozent der von der verbrannten Kohle freigesetzten Energie ab. Watts brillante Spielereien zwischen 1765 und 1776 steigerten diesen Wert um mehr als das Dreifache.

Die industrielle Revolution ist natürlich nicht allein die Geschichte der Dampfkraft, doch mit Dampf fing alles an. Mehr als je zuvor konnten wir die Grenzen menschlicher und tierischer Muskelkraft überwinden und nach Belieben enorme Mengen nutzbarer Energie erzeugen.

Stufen der industriellen Entwicklung

  • Erste industrielle Revolution

    Die erste industrielle Revolution datiert man auf das Ende des 18. Jahrhunderts. Gekennzeichnet war sie durch die Einführung mechanischer Produktionsanlagen, die durch Wasser- und Dampfkraft angetrieben wurden. In dieser Zeit wurde auch der erste mechanische Webstuhl entwickelt.

    Quelle: Deutsche Bank Research Industrie 4.0 - Upgrade des Industriestandorts Deutschland steht bevor, Stand: Februar 2014

  • Zweite industrielle Revolution

    Die Erfindung erster Fließbänder in Schlachthöfen in den USA ist Symptom der zweiten industriellen Revolution. Die Verfügbarkeit elektrischer Energie für Produktionszwecke bedingte ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Einführung arbeitsteiliger Massenproduktion.

  • Dritte industrielle Revolution

    In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts automatisierte sich die Produktion weiter. Von diesem Zeitraum an wurde nicht mehr nur Arbeitsteilung betrieben, sondern ganze Arbeitsschritte wurden von Maschinen übernommen. Die Grundlage für diese Entwicklung war der Einsatz von Elektronik und IT.

  • Vierte industrielle Revolution: Industrie 4.0

    Die Industrie 4.0 soll die vierte industrielle Revolution werden. In der "intelligenten Fabrik" sollen Menschen, Maschinen und Ressourcen miteinander kommunizieren. Das jeweilige Produkt soll, gefüttert mit Informationen über sich selbst, seinen eigenen Fertigungsprozess optimieren können.

Das ermöglichte Fabriken und Massenproduktion, Eisenbahnen und Massentransport – in anderen Worten, das moderne Leben. Die industrielle Revolution läutete das erste Maschinenzeitalter der Menschheit ein. Zum ersten Mal beruhte unsere Weiterentwicklung vor allem anderen auf technischer Innovation. Und in diese Zeit fielen die am tiefsten greifenden Umwälzungen, die die Welt je erlebt hat.

Das Maschinenzeitalter bricht an

Nun bricht das zweite Maschinenzeitalter an. Computer und andere digitale Errungenschaften haben auf unsere geistigen Kräfte – die Fähigkeit, mithilfe unseres Gehirns unsere Umwelt zu verstehen und zu gestalten – die gleiche Wirkung wie die Dampfmaschine und ihre Ableger auf die Muskelkraft.

Sie ermöglichen uns, frühere Einschränkungen zu überwinden, und führen uns auf Neuland. Wie genau sich diese Umwälzung vollziehen wird, liegt noch im Dunklen, doch ob das neue Maschinenzeitalter die Kurve ebenso drastisch verformt wie Watts Dampfmaschine oder nicht, eine große Sache ist sie allemal.

Um es vorab schon auf den Punkt zu bringen: Die Geisteskraft ist für Fortschritt und Entwicklung – für unsere physische und intellektuelle Fähigkeit, mit uns und der Welt erfolgreich zurechtzukommen – mindestens ebenso wichtig wie die physische Kraft. Ein so kräftiger und ungekannter Impuls für die Geisteskraft sollte der Menschheit daher einen enormen Schub verleihen – genauso wie früher einmal ihr physisches Pendant.

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2 Kommentare zu Digitale Revolution: Das zweite Maschinenzeitalter bricht an

  • “Die Digitalisierung birgt heikle Herausforderungen.“

    Ja, was machen wir denn in ca. zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren mit mindestens 50 % gemeldeten Arbeitslosen in Europa?! Vielleicht sind es auch wesentlich mehr, das kommt auch darauf an wie viele vermehrungs-freudige “Fachkräftesklaven“ aus Afrika bis dahin zuwandern durften. Die Bildung und Ausbildung für diese Arbeitslosen und deren Nachkommen wird man sicherlich durch Privatisierung der Bildung abschaffen. Bildung für nicht mehr benötigte Arbeitnehmer kostet die Eliten viel zu viel “eigene“ Ressourcen. Ungebildete Doofheit lässt sich auch viel leichter lenken und dominieren und schließlich ist der Dumme immer selbst Schuld an seinem Schicksal.

    Nach vollzogener Digitalisierung und mit der Ausstattung künstlicher Intelligenz in der Produktion und bei den Dienstleistungen mit “Plug and Play“ Lösungen, wäre es geradezu ein ineffektiver Luxus für die Eliten das gemeine Volk sich bilden zulassen. Den wenigen besten und angepassten aus der Unterschicht, die man auch in Zukunft benötigen wird, kann man sicherlich im Kleinkindalter heraus filtern und durch staatliche und private Stiftungen einer notwendigen Bildung und Ausbildung zuführen. Jeder intelligente Unterschichtler mit so einer Chance wird auf ewig dem System dankbar sein, wenn nicht bleibt die Gewissheit in den Sumpf zurück gestoßen zu werden. Die übrige Unterschicht wird man ähnlich wie Zootiere halten, beschäftigen, kontrollieren und eventuell auch mal dezimieren müssen.

    Die Menschheit existiert irgendwann sowieso nicht mehr, bis es soweit ist hat sie auch noch sehr trübe Aussichten, alles andere ist Wunschdenken von Spinnern!

  • Was hier als "erstaunlicher Fortschritt" gepriesen wird

    ist nichts anderes als RÜCHSETZUNG DES MENSCHLICHEN HIRNS IN DIE STEINZEIT

    Das heutige Zeitalten von Maschienen dienen nicht dem Menschen

    Diese ersetzen und versklaven die Menschen

    Man erkennt dies am besten daran:
    - Facebook wird als Garant für Demokratie gesehen - hauptsache um sonst
    - Ungarn war auf dem richtigem Weg- diese dienste erfordern die Einführung
    von Luxussteuern.

    DER MENSCH BENÖTIGT DRINGEND SCHUTZ VOR SICH SELBST

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