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Twitter-Spott: „Kein guter Tag zum Sterben für Blackberry“

von Stephan Dörner Quelle: Handelsblatt Online

Blackberry-Hersteller RIM hat ein Problem: Erst verärgert der Hersteller seine Kunden durch einen Server-Ausfall, jetzt lassen Nutzer im Web ihrem Ärger freien Lauf - und sorgen so für zusätzlichen Imageschaden.

Blackberry offline: Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wird das Business-Smartphone zum Ziel von Spott. Quelle: handelsblatt.com
Blackberry offline: Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wird das Business-Smartphone zum Ziel von Spott. Quelle: handelsblatt.com

„Liebes Blackberry-Team, ich finde es sehr nett von euch, dass ihr Steve Jobs mit drei Schweigetagen ehrt“. Diese beißend-sarkastische Nachricht auf dem Kurznachrichtendienst Twitter trifft offenbar den Nerv der Blackberry-Nutzer, die bereits seit Tagen unter dem Ausfall der Internet-Dienste leiden. Der Tweet, wie eine Kurznachricht bei Twitter heißt, gehört derzeit zu den populärsten Reaktionen auf den Ausfall.

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Blackberry ist in kurzer Zeit zum Gespött auf dem Kurznachrichtendienst geworden. Wer bei Twitter nach dem Namen der einst hippen Business-Smartphones sucht, findet beispielsweise Nachrichten wie diese: „Was sagt ein Blackberry zum anderen? Gar nichts“.  Eine andere Nutzerin feixt: „Leute mit Blackberry im Tram spielen sehen und wissen: die sind offline. Unbezahlbar“.

Den letzten Sargnagel eingeschlagen

Auch scherzhafte Vorschläge, die Situation ausnutzen, finden sich auf dem Kurznachrichtendienst: „Günstiger Zeitpunkt Ihrem Ehepartner mit Blackberry Dinge zu schreiben wie: ‚Antworte bitte, falls es nicht okay ist, wenn ich unsere Ersparnisse für ein Boot ausgebe.’“ Andere Blackberry-Nutzer finden den Ausfall weniger witzig: „Ich habe Blackberry immer verteidigt – aber nun haben sie gerade den letzten Sargnagel selbst eingeschlagen“, macht ein enttäuschter Ex-Blackberry-Fan seinem Ärger Luft.

Auch bekannte Journalisten beteiligen sich an dem öffentlichen Gespött. „Silberstreif am Horizont für Blackberry“, scherzt beispielsweise Samuel Rubenfeld vom „Wall Street Journal“: „Seit das Gerät offline ist, hält der Akku endlich länger als drei Stunden“. Technikjournalist David Pogue von der („New York Times“ und CNBC) weist auf eine neue App hin: sie verschiebt die Daten des Blackberrys auf ein iPhone. „Gutes Timing“, bemerkt der Journalist spöttelnd.

Image-Katastrophe in Zeiten des Social Webs

Der Blogger und Social-Media-Berater Thomas Knüwer kommentiert: „Wenn Sie Lust haben, einer Technik beim Sterben zuzusehen, so folgen Sie diesem Link.“ Das Blog Mashable hat bereits die zehn lustigsten Twitter-Nachrichten zum Blackberry-Desaster zu einer Bildergalerie verarbeitet. Und Gizmodo schreibt vernichtend: „Blackberry hat sich einen schlechten Tag zum Sterben ausgewählt. Es ist ausgerechnet jener Tag, an dem Apple das beste Argument für seine Dominanz liefert“. Die Probleme begannen, kurz nachdem Apple die neueste Generation seines iPhones vorgestellt hatte.

Ganz klar: So sieht eine Image-Katastrophe in Zeiten des Social Webs aus. Nicht nur, dass der Ausfall die eigene Kundschaft verärgert und vertreibt – auch wer bislang nicht Blackberry-Kunde war, dürfte nun verschreckt sein.

Inzwischen macht die Meldung die Runde, dass Blackberry die Funktionsfähigkeit der Services wiederhergestellt hat. Doch das bedeutet noch nicht das Ende des Spotts. Podcaster Rob Spance schreibt „Blackberry hat seine mobilen Services gerade so weit wiederhergestellt, dass Blackberry-Nutzer in der Lage sind, Apple.com in den Browser einzugeben“.

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