Interview mit Jorgen Randers: "Der Westen sollte China kopieren"

Interview mit Jorgen Randers: "Der Westen sollte China kopieren"

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Auto Jorgen Randers sieht die Chinesen im Jahr 2052 deutlich näher an der Klimarettung als die Westmächte. Grund dafür ist unter anderem die effizientere Regierung.

von Miguel Zamorano

Die Einparteiendiktatur in China wird den Klimawandel in den Griff bekommen - nicht die westlichen Demokratien. Der Club of Rome wagt eine gewagte These in seiner Studie "2052". Autor Jorgen Randers verteidigt sie.

Der einflussreiche Club of Rome hat eine Prognose für das Jahr 2052 veröffentlicht. Das Buch 2052: A Global Forecast for the Next Forty Year hat der norwegische Wissenschaftler Jorgen Randers verfasst. WirtschaftsWoche Online hat den Autor der Studie interviewt.

WirtschaftsWoche Online: Wie sieht die Welt im Jahr 2052 aus?
Jorgen Randers: Die Welt ist auf dem sicheren Weg des Klimakollaps. Wenn sich nichts ändert, werden die CO2-Emissionen weiter in die Höhe gehen und die Temperatur um das Jahr 2052 um weitere +2° Celsius gewachsen sein. Das wird den Klimawandel weiter verstärken. Es sieht nicht gut aus.

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Welche Gründe sehen sie dafür?
Der Grund ist die Kurzsichtigkeit der politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen, vor allem in den kapitalistischen Demokratien des Westens. Viele Entscheidungsträger denken kurzfristig und übersehen die langfristigen Konsequenzen ihrer Handlungen.

Was genau meinen sie damit?
Ich verstehe darunter die Grundbestimmungen des westlichen Entwicklungsmodels: Das „Decision-Making“ in vielen Bereichen ist an kurzfristigen Gratifikationsmodellen gebunden – in der Wirtschaft an dem Profit, in der Politik die nächste Wahl. So kann man zwar in kurzen Zeiträumen Erfolg haben, das wird aber den Klimakollaps nicht stoppen.

Welche Lösungen schlagen sie vor?
Die Politik muss die Kapitalströme weg von der reinen Rentabilität in die Bereiche lenken, die wirklich wichtig sind.

Zum Beispiel?
Zum Beispiel in dem Bereich grüne Energieträger und Energieeinsparung. Die Deutschen führen gerade vor, wie man das mit dem Ausbau der Windenergie macht. Doch das reicht nicht. Wir müssen Technologien entwickeln, die weniger Ressourcen nutzen. Außerdem müssen wir die Einkommensunterschiede abbauen. Doch vor dem zentralen Problem – die Kurzsichtigkeit von Entscheidungen – werden wir noch lange ratlos sein. Solange wir uns nicht zu mehr langfristigen und durchdachten Entscheidungen bewegen, werden wir das Problem der knappen Ressourcen nur am Rande lösen.

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