Produktion der C-Klasse: Daimler baut neues Werk in Brasilien

Produktion der C-Klasse: Daimler baut neues Werk in Brasilien

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C-Klasse-Produktion im US-Werk Tuscaloosa: Bald läuft die Mittelklasse-Limousine auch in Brasilien vom Band – aber nur für den lokalen Markt

Nach elf Jahren Pause baut Mercedes-Benz ab 2016 wieder Autos in Brasilien. Jetzt wurde der Grundstein für das neue Werk gelegt. Auch Audi und BMW zieht es wieder nach Brasilien – was nicht ganz ohne Risiko ist.

Mercedes-Benz hat den Grundstein für ein neues Werk in Brasilien gelegt. Ab 2016 sollen in der Produktionsstätte in Iracemápolis, 160 Kilometer von Sao Paulo entfernt, Fahrzeuge der C-Klasse und zur Jahresmitte auch der GLA-Baureihe vom Band laufen. In der ersten Ausbaustufe sollen 20.000 Einheiten pro Jahr gefertigt werden. Die Investition beläuft sich auf 500 Millionen Real, ungefähr 160 Millionen Euro.

„Mit der lokalen Produktion können wir die Potenziale des aufstrebenden brasilianischen Markts noch besser ausschöpfen und flexibler auf die Wünsche unserer Kunden reagieren", sagt Markus Schäfer, Bereichsvorstand Produktion bei der Auto-Sparte von Daimler. „Wenn sich der Markt wie erhofft entwickelt, hat das Werk Potenzial für einen weiteren signifikanten Ausbau in der Zukunft.“ Es werden dort bis zum Produktionsstart rund 600 neue Arbeitsplätze geschaffen. Perspektivisch kommen außerdem etwa 3.000 Stellen hinzu, die in der Region vor allem bei Lieferanten und Dienstleistern entstehen sollen.

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Deutsche liegen im Premium-Automarkt Brasilien vorne

  • BMW

    BMW hat als größte Premiummarke 2014 in Brasilien 13.515 Fahrzeuge* verkauft – bei einem Gesamtmarkt für Premiumautos von 50.205 Stück.

    *Januar bis November

    Quelle: Anfavea

  • Audi

    Auf BMW folgt Audi mit 11.334 Stück.

  • Mercedes

    Wie auch in Deutschland muss sich Mercedes mit Rang drei begnügen. In Brasilien reichen dafür 10.367 Autos.

  • Porsche

    Porsche hat 2014 in Brasilien 745 Fahrzeuge verkauft.

  • Lexus

    Wie auch in Europa ist die Toyota-Edeltochter Lexus im Vergleich zur deutschen Konkurrenz abgeschlagen – 205 Stück.

  • Jaguar

    Edle Limousinen und Sportwagen sind in Brasilien weniger gefragt. Jaguar kam 2014 auf 354 Stück.

  • Land Rover

    Die Jaguar-Schwester Land Rover zeigt mit seinen SUV-Modellen, was in Brasilien gefragt ist. Die Briten setzten 2014 8.541 Autos ab – und kommen damit fast an die drei deutschen Marken heran.

  • Mini

    Auch für Premium-Kleinwagen gibt es in Brasilien einen Markt, Mini verkaufte 2.278 Stück.

  • Volvo

    Volvo konnte 2014 in Brasilien 2.866 Autos verkaufen.

„Das neue Werk belegt unsere Verbundenheit mit Brasilien und unser Bekenntnis, weiter für die bestmögliche Erfüllung der Wünsche unserer Kunden zu investieren“, sagt Philipp Schiemer, Präsident von Mercedes-Benz do Brasil. „Wir sind überzeugt vom Potenzial des brasilianischen Pkw-Marktes.“

Vor zehn Jahren zog sich Mercedes-Benz zurück

Mit der Grundsteinlegung eines Werks in Brasilien ist Mercedes-Benz in bester Gesellschaft. BMW hat im vergangenen Jahr in Südbrasilien die Produktion von Limousinen der 3er Baureihe aufgenommen, Audi will wieder ab September diesen Jahres Autos im Amazonas-Gebiet bauen. Alle drei deutschen Autobauer haben den Premiummarkt im Visier, der bis 2020 um bis zu 170 Prozent wachsen soll.

Wie Daimler 2014 abgeschnitten hat

  • Mercedes-Benz Cars

    Absatz: 1,722 Millionen Fahrzeuge

    Umsatz: 73,6 Milliarden Euro

    Ebit: 5,853 Milliarden Euro

    Umsatzrendite: 8,0 Prozent

    Quelle: Daimler-Geschäftsbericht

  • Mercedes-Benz Trucks

    Absatz: 495.700 Fahrzeuge

    Umsatz: 32,4 Milliarden Euro

    Ebit: 1,878 Milliarden Euro

    Umsatzrendite: 5,8 Prozent

  • Mercedes-Banz Vans

    Absatz: 294.600 Fahrzeuge

    Umsatz: 10,0 Milliarden Euro

    Ebit: 0,682 Milliarden Euro

    Umsatzrendite: 6,8 Prozent

  • Daimler Buses

    Absatz: 33.200 Fahrzeuge

    Umsatz: 4,2 Milliarden Euro

    Ebit: 0,197 Milliarden Euro

    Umsatzrendite: 4,7 Prozent

  • Daimler Financial Services

    Verleaste oder finanzierte Fahrzeuge: 3,3 Millionen Fahrzeuge

    Gesamtes Vertragsvolumen: 99,0 Milliarden Euro

    Ebit: 1,387 Milliarden Euro

    Eigenkapitalrendite: 19,4 Prozent

  • Konzern

    Absatz: 2,5 Millionen Fahrzeuge

    Umsatz: 129,9 Milliarden Euro

    Ebit: 10,8 Milliarden Euro

    Ergebnis: 7,3 Milliarden Euro

    Dividende: 2,45 Euro je Aktie

Wegen hoher Importzöllen ist in den vergangenen Jahren die Produktion in Brasilien wieder attraktiver geworden. Mercedes-Benz hatte bis 2005 in dem Werk Juiz de Fora (Bundesstaat Minas Gerais) die erste Generation der A-Klasse und für kurze Zeit auch den CLC gebaut. „Das war damals einfach zu früh, und wir hatten auch nicht das richtige Produkt und zudem zu ehrgeizige Ziele“, räumte Schiemer im Rückblick ein. Auch Audi hatte nach sieben Jahren die Produktion des A3 mangels Nachfrage eingestellt.

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Aktuell betreibt die Daimler AG in São Bernardo do Campo ihr größtes Werk außerhalb Deutschlands. An dem Standort werden Lkw, Busfahrgestelle und Aggregate sowie Lkw-Fahrerhäuser gebaut. In dem früheren Autowerk Juiz de Fora wird im Nutzfahrzeugbereich unter anderem der Actros sowie der leichte Lastwagen Accelo produziert.

Doch der erneute Run nach Brasilien ist nicht ohne Risiko, wie bereits die gescheiterten Versuche der vergangenen Jahre gezeigt haben. Zudem gilt die Produktion als verhältnismäßig teuer, weshalb die Autos auch nicht aus Brasilien exportiert werden.

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