Deutsche Bank: Ex-Manager sollen für teure Skandale zahlen

Deutsche Bank: Ex-Manager sollen für teure Skandale zahlen

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John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, ist zuversichtlich was die Zukunft seines Hauses angeht.

Einstige Vorstände der Deutschen Bank sollen für teure Skandale in der Vergangenheit zahlen. Insgesamt will das Geldhaus nun aber nach vorne blicken. Vorstandschef Cryan sieht das Schlimmste überstanden.

Die Deutsche Bank will einen Schlussstrich unter ihre skandalbehaftete Vergangenheit ziehen - aber nicht, ohne frühere Top-Manager für Altlasten zur Kasse zu bitten. Aufsichtsratschef Paul Achleitner sagte am Donnerstag zum Auftakt der Hauptversammlung in Frankfurt, es gebe fortgeschrittene Gespräche mit einstigen Vorständen. Er erwarte in den nächsten Monaten eine Regelung, "die einen wesentlichen finanziellen Beitrag der Betroffenen sicherstellt". Seit längerem sei zusammen mit externen Juristen die Frage einer persönlichen oder kollektiven Verantwortung geprüft worden. Achleitner bestätigte damit Informationen aus Finanzkreisen, nannte aber keine konkrete Namen.

Deutschlands größtes Geldhaus musste allein seit 2012 fast 15 Milliarden Euro für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten ausgeben. Einer der teuersten Skandale war der US-Hypothekenstreit, der mit sieben Milliarden Dollar zu Buche schlug. Zunächst hatte sogar eine doppelt so hohe Strafe im Raum gestanden, was im vergangenen Herbst diesseits des Atlantiks große Sorgen um die Widerstandskraft der Bank und eine öffentliche Debatte um Staatshilfe auslöste. Es folgte ein dramatischer Absturz an der Börse.

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Achleitner räumte ein, dass 2016 ein schwieriges Jahr gewesen sei. Mitarbeiter, Eigentümer und Kunden hätten einiges aushalten müssen. "Doch es hat sich gelohnt und es wird sich weiter lohnen. Die Deutsche Bank steht heute eindeutig besser da als noch vor zwölf Monaten", betonte der Österreicher, der sich zur Wiederwahl für weitere fünf Jahre stellt. Die Deutsche Bank habe mit ihrer neuen Strategie eine klare Perspektive, sie habe acht Milliarden Euro frisches Kapital eingesammelt und die größten Rechtsstreitigkeiten seien abgearbeitet. Vorstandschef John Cryan, der im Sommer 2015 die Nachfolge des glücklosen Anshu Jain antrat, warb vor den Aktionären in der Festhalle ebenfalls um Vertrauen: "Auch wenn es weitere offene Fälle gibt: Wir gehen davon aus, dass wir das Schlimmste hinter uns haben."

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Logos der Deutschen Bank und der Postbank. Quelle: dpa

Die Forderung einer kritischen Aktionärin, den Skandal um manipulierte Zinsen und die Geldwäsche-Affäre in Russland noch einmal mit einer externen Sonderprüfung aufzuarbeiten, um Transparenz über interne Verantwortlichkeiten zu bekommen, wies der Brite zurück. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass weitere Prüfungen derselben Vorgänge wesentliche neue Erkenntnisse bringen." Im vergangenen Jahr war die Anlegerin mit ihrem Anliegen knapp gescheitert. Dieses Mal stehen gleich zwei einflussreiche Stimmrechtsberater hinter ihr: ISS und Glass Lewis unterstützen die Forderung.

Einer der Top-20-Aktionäre, die Fondsgesellschaft Union Investment, kann den Sonderprüfungen nichts abgewinnen. "Die Deutsche Bank muss jetzt nach vorne schauen und sich mit ganzer Kraft auf das operative Geschäft konzentrieren, damit nach einer verlorenen Dekade endlich auch wieder Wert für die Aktionäre geschaffen wird", sagte Fondsmanager Ingo Speich. Er geht in einem anderen Punkt auf Konfrontation zur Bankführung: Union will keinen Freibrief mehr für weitere Kapitalerhöhungen geben und deshalb gegen einen Vorratsbeschluss stimmen, mit dem die Bank ihr Kapital in den nächsten fünf Jahren um knapp 39 Prozent erhöhen könnte. Das sei "überdimensioniert".

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