Irische Großbank: Bank of Ireland macht der Branche Hoffnung

20. Februar 2012, aktualisiert 20. Februar 2012, 16:00 Uhr
Der irische Branchenprimus kommt auf seinem Sanierungskurs voran. Quelle: dapdBild vergrößern
Der irische Branchenprimus kommt auf seinem Sanierungskurs voran. Quelle: dapd
Quelle: Handelsblatt Online

Die irische Bankenbranche schöpft Hoffnung: Die Bank of Ireland konnte die Kunden-Einlagen überraschend steigern und ihre Abhängigkeit von Finanzhilfen der Europäischen Zentralbank deutlich verringern.

DublinIm krisengeschüttelten irischen Finanzsystem gibt es Anzeichen für eine Erholung. Die Bank of Ireland scheint trotz eines Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr die Talsohle durchschritten zu haben. Zwar fiel das operative Ergebnis 2011 wegen hoher Refinanzierungskosten und der staatlich verordneten Schrumpfkur nach Angaben vom Montag um 60 Prozent auf 411 Millionen Euro. Und auch die Abschreibungen auf Hypothekenkredite stiegen nochmals leicht auf einen neuen Höchststand von knapp zwei Milliarden Euro. Doch konnte die einzige Großbank des Landes, die in der Krise eine Verstaatlichung vermeiden konnte, die Kunden-Einlagen überraschend kräftig um acht Milliarden Euro steigern und ihre Abhängigkeit von Finanzhilfen der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich verringern.

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Auch sonst kommt der irische Branchenprimus auf seinem Sanierungskurs voran: Ende Dezember löste sich das Institut vollends von den teuren Notkrediten der irischen Notenbank. Zudem baute es 2011 sieben Prozent der Stellen ab. Die Ergebnisse deuteten daraufhin, dass die Bank Licht am Ende des Tunnels sehe und wieder mit einem Aufwärtstrend rechnen könne, sagten Experten. Die Anleger reagierten erfreut. Die Aktie legte zeitweise um mehr als sieben Prozent zu.

Die Finanzkrise hatte die irischen Banken schwer getroffen. Sie hatten zu den Boomzeiten auf dem heimischen Immobilienmarkt hemmungslos Kredite ausgereicht und gerieten dann in Schieflage. Der Staat musste eingreifen und verordnete der Branche eine Rosskur, an deren Ende mit der Bank of Ireland und der Allied Irish Banks (AIB) nur noch zwei von ehemals sechs Großbanken übrig bleiben sollen.

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