Italienische Krisenbank: Monte dei Paschi startet dringend nötige Kapitalerhöhung

Italienische Krisenbank: Monte dei Paschi startet dringend nötige Kapitalerhöhung

Der Rettungscountdown für die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena soll in Kürze beginnen.

Wie das Traditionsinstitut am Wochenende ankündigte, wird die dringend notwendige milliardenschwere Kapitalerhöhung von Montag bis Donnerstag über die Bühne gehen.

Deren Ausgang entscheidet darüber, ob Italiens drittgrößte Bank aus eigener Kraft eine Abwicklung verhindern kann oder auf Staatshilfe angewiesen ist. Monte dei Paschi braucht bis zum Jahresende fünf Milliarden Euro frisches Kapital. Dazu sollen Anleger neue Aktien kaufen.

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Institutionelle Investoren, die mit 65 Prozent den Großteil der Kapitalerhöhung übernehmen sollen, haben dafür Zeit bis Donnerstag, 14.00 Uhr (MEZ). Für Altaktionäre und Kleinanleger endet die Zeichnungsfrist bereits am Mittwoch, 14.00 Uhr (MEZ).

Wissenswertes über Italien

  • Italiener leben lang – und ungesund

    Das Klima und die mediterrane Küche sind wohl ausschlaggebend für die hohe Lebenserwartung der Italiener. In Europa führen sie die Liste aller OECD-Staaten an, weltweit belegen sie den zweiten Platz. Die Lebenserwartung beträgt bei Frauen circa 83 Jahre, bei Männern 78 Jahre. Ungefähr 19 Prozent der Italiener sind älter als 65 Jahre.

    Dennoch ist auch im Stiefelstaat der Trend zum Übergewicht festzustellen. Italien hat der adipösen Gesellschaft den Kampf angesagt und so gibt es in Italien einige Krankenhäuser, die sich ausschließlich um fettleibige Patienten kümmern.

  • Das sind die reichsten Italiener

    Der Süßwarenfabrikant Michele Ferrero ist der reichste Mann Italiens. Sein Vermögen wird auf 17 Milliarden Dollar geschätzt. Leonardo Del Vecchio, Gründer von Luxottica, folgt auf Rang zwei.

  • Verkaufsschlager Wein und Öl

    Die italienische Landwirtschaft spielt insgesamt keine große Rolle. In zwei Bereichen sind die Italiener dennoch Weltspitze: So produzierte das Land 2010 rund 44,8 Millionen Hektoliter Wein. Nur Frankreich stellt mehr Wein her. Außerdem ist Italien, nach Spanien, der zweitgrößte Erzeuger von Olivenöl.

  • Italiens beste Kunden

    Italiens Handelspartner befinden sich in direkter Nähe zu dem Land. Deutschland ist der wichtigste Partner, gefolgt von Frankreich. Italiens Produkte erfreuen sich besonders in Großbritannien, Spanien und den USA großer Beliebtheit. Importiert wird aus den Niederlanden, China, Libyen und Russland.

  • Was kann Italien besser als Deutschland?

    Eindeutig Brillen herstellen! Denn Luxottica, mit Sitz in Agordo (Provinz Belluno) ist der weltgrößte Brillenhersteller. Seit 1995 kauft das italienische Unternehmen US-Marken wie Ray-Ban und Oakley auf.

  • Italiens "Blaue Banane"

    Mailand, Turin und Genua sind die größten Wirtschaftszentren Italiens. Sie sind Teil des europäischen Wirtschaftsraumes, der durch neun Länder führt und "Blaue Banane" heißt. Zentrale Einrichtungen der Europäischen Union und 20 Weltstädte befinden sich in der Zone. Hier sind die Bevölkerung, die Wirtschaft, das Kapital und die Infrastruktur sehr gut verwoben und bilden somit eine wirtschaftliche Achse Europas. Vergleichbar ist dieser Wirtschaftsraum mit BosWash in den USA.

  • Die kuriosesten Gesetze

    Kuriose Gesetze sind in Italien keine Seltenheit. So müssen Hunde dreimal täglich Gassi gehen. Die Polizei darf sich bei den Nachbarn auch erkundigen, ob dies eingehalten wird. Hohe Geldstrafen sind ausgesetzt, wer sich nicht an die Gesetze halten will. Wer sich in der Lombardei abends auf einer Bank ausruhen will, muss sich vergewissern, dass nicht mehr als drei Personen Platz nehmen. Denn in einem öffentlichen Park ist dies streng reglementiert.

  • Reich an Kultur

    Italien ist das Land mit den meisten Welterbestätten. Italien ist in Besitz von 100.000 Denkmälern. Darunter befinden sich nicht nur Kirchen, Galerien und Schlösser. Auch archäologische Funde, Brunnen und Villen fallen unter den Denkmalschutz.

Parallel zur Kapitalerhöhung bietet die Bank Investoren, die Anleihen von ihr halten, einen Umtausch in Aktien an. Das Angebot läuft noch bis Mittwoch. Je stärker es angenommen wird, desto geringer kann das Volumen der Kapitalerhöhung ausfallen.

Die Regierung in Rom hat bereits Unterstützung signalisiert, falls Monte dei Paschi mit den Maßnahmen die erforderlichen fünf Milliarden Euro nicht zusammenbekommt. Allerdings müssten nach den EU-Regularien auch Privatanleger Verluste tragen, wenn der Staat einem Geldhaus zur Seite springt. Das wäre in diesem Fall politisch sehr brisant.

Monte dei Paschi Darum ist die älteste Bank der Welt so gefährlich

Die Märkte fürchten eine neue Bankenkrise. Im Mittelpunkt steht die älteste Bank der Welt: Monte dei Paschi di Siena. Dabei ist die Bank eher klein. Warum zittert Europa trotzdem vor dem Geldhaus?

Das Logo der Bank Monte dei Paschi di Siena Quelle: REUTERS
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