SEPA, IBAN und BIC: Für Nachzügler läuft die Zeit ab

SEPA, IBAN und BIC: Für Nachzügler läuft die Zeit ab

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Für Unternehmen, deren Kundschaft zu einem wichtigen Teil noch aus Nachzüglern besteht, könnte SEPA zum Problem werden.

von Mark Fehr

IBAN, die Schreckliche, aus dieser Nummer kommen wir nicht mehr raus. Auch die allerletzten SEPA-Muffel müssen ab Februar die neuen Kontonummern benutzen.

Die meisten Verbraucher und Unternehmer haben sich an die internationalen IBAN-Kontonummern im einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr (SEPA) gewöhnt. Für Unternehmen oder Vereine noch wichtiger ist dabei, von allen ihren Kunden ein schriftliches Mandat eingeholt zu haben, mit dem sie auch wie bisher von fremden Konten per Lastschrift Zahlungen abbuchen können. Die Deadline für diese Umstellung war bereits im August 2014, daher geht die Bundesbank davon aus, dass Unternehmen, Behörden und Vereine dem nachgekommen sind.

Der überwiegende Teil hat das erledigt, allerdings laufen immer noch 10 Prozent von täglich rund 24 Millionen Überweisungen nach dem alten Format, sagte Carl-Ludwig Thiele, im Vorstand der Deutschen Bundesbank zuständig für den Zahlungsverkehr, kürzlich bei einem Interview. Das betreffe hauptsächlich Privatleute, denen für die Umstellung ein längerer Zeitraum als den Profis eingeräumt wurde. Für diese Nachzügler wird es nun eng, denn am 1. Februar läuft die wirklich allerletzte Gnadenfrist ab, dann akzeptieren Banken grundsätzlich nur noch IBAN-Aufträge.

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Aber auch auf Unternehmensseite dürfte es noch versprengte Spätstarter geben. „SEPA-Nachzügler sollten jedenfalls vor allem aus eigenem Interesse jetzt noch sehr schnell ihre Kommunikation umstellen, das heißt etwa, kein altes Briefpapier oder Rechnungen mit alten Kontoverbindungsnummern verwenden, Rechnungen nur noch mit IBAN ausstellen“, sagt ein Sprecher des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU). Sonst drohten möglicherweise verspätete Zahlungseingänge und damit verbundene Liquiditätsengpässe. Ein Trostpflaster gibt es: Die Verpflichtung des Kunden, seine Rechnung zu begleichen, bleibt auch dann bestehen, falls der Lieferant versehentlich noch die alten Bankdaten mitgeteilt hat. „Wenn ein Vertrag geschlossen wurde, muss der Kunde natürlich auch bezahlen“, sagt der Inkassoverband. Das sieht auch die Bundesbank so.

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Obwohl die Gruppe der SEPA-Muffel überschaubar ist, könnte sie zum Problem für solche Unternehmen werden, deren Kundschaft zu einem wichtigen Teil aus Nachzüglern besteht. Besonders ältere Verbraucher und solche ohne Internetzugang orientieren sich noch am alten System. Sie haben keinen Zugriff auf die Umrechnungstools im Onlinebanking. Zudem müssen sich ältere Bankkunden mit besonders lang bestehenden Bankverbindungen und entsprechend kurzen Kontonummern unter dem neuen IBAN-Format sehr viele nichtssagende Führungsnullen merken. Kein Wunder, dass sie so lange wie möglich am bewährten Raster festgehalten haben.

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Das wird nun nicht mehr länger möglich sein, mit der Folge, dass es zu Zahlungsverzögerungen für Unternehmen kommen kann, die hauptsächlich mit Privatkunden aus der der wenig SEPA-affinen Zielgruppe zu tun haben. Das könnte etwa Verlage mit Zeitschriften für ältere Leser treffen, Ortsvereine oder Wohlfahrtsverbände. Selbst wenn diese schon lange die neuen Bankverbindungsdaten auf Rechnungen oder Briefköpfen verwenden, können sie nicht sicher sein, ob ihre Kunden und Mitglieder die Umstellung bereits vollzogen haben. Denn bisher kam das überwiesene Geld ja auch an, wenn noch die jahrzehntelang gewohnten Kontodaten verwendet wurden.

Sie haben darauf vertraut, dass ihre privaten Kunden weiter wie bisher die alten Bankverbindungen nutzen, um Rechnungen, Abonnements oder Mitgliedsbeiträge zu überweisen. Beruhigt zurücklehnen können Sie sich nur, soweit sie zum Einzug ihrer Forderungen das Lastschriftverfahren verwenden. Dieses funktioniert nämlich schon seit zwei Jahren nur noch unter dem neuen System.

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