Deutsche Telekom: Teile und Herrsche

KommentarDeutsche Telekom: Teile und Herrsche

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Telekom-Chef schart seine Getreuen um sich (von links nach rechts): Die neuen Vorstandsmitglieder Timotheus Hoettges (Finanzen), Niek Jan van Damme (T-Home), Guido Kerkhoff (Suedosteuropa), Hamid Akhavan (T-mobile) und Chef René Obermann

In Bonn stellte Telekom-Chef René Obermann nicht nur die jüngsten Geschäftszahlen vor, sondern auch gleich seine neue Führungsmannschaft. Keine Widersacher mehr, dafür loyale Kameraden.

Die Bilanzpressekonferenz der Deutschen Telekom war mehr als die Präsentation des jüngsten Zahlenwerks. Es war eine Machtdemonstration von Konzernchef René Obermann, wie es sie in der Geschichte des Telekom-Konzerns noch nicht gegeben hat. Vier markante Veränderungen fallen auf:

René Obermann ist der uneingeschränkte Herrscher im Telekom-Reich. Mit dem Wechsel von Karl-Gerhard Eick an die Karstadt-Spitze scheidet der letzte echte Widersacher aus dem Vorstand aus, der Obermann hätte entthronen können. Alle anderen im Vorstand sind ihm treu ergeben. Es gibt auch keinen neuen Super-Vorstand, der das gesamte Deutschland-Geschäft steuert. Die Aufgaben sind auf vielen Schultern verteilt. Obermann teilt die Macht auf und herrscht. Nicht mal ein Stellvertreter wurde benannt.

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Der Telekom-Vorstand ist mehr denn je eine echte Boygroup. Neulinge wie Guido Kerkhoff und Thomas Dannenfeldt sind Anfang 40 und drücken das für einen Dax-Konzern ohnehin schon niedrige Durchschnittsalter weiter nach unten.

René Obermann ist der uneingeschränkte Herrscher im Telekom-Reich

Zum ersten Mal in der Geschichte der Deutschen Telekom findet ein Vorstandsumbau ohne Neuzugänge von außen statt. Die Telekom zieht sich eigenen Managernachwuchs heran – und das könnte für einen echten Motivationsschub in der Führungsriege sorgen. Auf einmal gibt es Aufstiegschancen bis nach ganz oben.

Aufs Abstellgleich gerät zunehmend die T-Mobile-Zentrale auf der anderen (rechten) Rheinseite. Noch vor zwei Jahren gingen von hier ein Großteil der strategisch wichtigen Entscheidungen aus. Jetzt steuert T-Mobile nicht mal das Deutschland-Geschäft. Die Vorstände für Vertrieb und Service sind in den Neubau gegenüber der Telekom-Zentrale eingezogen und sollen dort wohl auch bleiben.

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