Georgsmarienhütte: Die Probleme der Stahlhütte

Georgsmarienhütte: Die Probleme der Stahlhütte

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Viel Geld verbrannt. Ein Elektro-Lichtbogenofen der Georgsmarienhütte.

von Florian Zerfaß und Matthias Kamp

Für die Subventionierung der eigenen Tochterfirmen gibt die Georgsmarienhütte viel Geld aus. Das wird immer mehr zum Problem.

2,7 Milliarden Euro Jahresumsatz sind eine stolze Zahl. Bei der Georgsmarienhütte steht der Betrag aber vor allem für ebenso üppige Probleme. Das vielleicht größte ist Jürgen Großmann selbst, der sich mit seiner Firmenpolitik offenbar heillos verzettelt hat. Der heute 63-Jährige hatte 1993 für den symbolischen Preis von umgerechnet rund einem Euro das damals marode Stahlwerk im niedersächsischen Georgsmarienhütte vom Klöckner-Konzern übernommen, dem er als Vorstand diente. Danach baute er die Hütte wieder auf – und um sie als Holding ein verzweigtes Firmenreich.

Mehr als 40 Beteiligungen zählen heute zu Georgsmarienhütte, doch Großmanns Expansionsdrang schadet der Holding inzwischen sehr. Seit 2012 schreibt sie keine Gewinne mehr, nach den jüngsten veröffentlichten Bilanzen fielen 2012 fast 90 Millionen Euro Verlust an. Im Folgejahr sank das Defizit zwar auf gut ein Fünftel, doch 2014 explodierten die Miesen auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

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„Die Georgsmarienhütte Holding weist für 2014 einen nicht unerheblichen Jahresfehlbetrag aus“, der durch Einzelentscheidungen verursacht wurde, sagt eine Sprecherin. Ohne diese „würde die Georgsmarienhütte Holding für 2014 einen Jahresüberschuss ausweisen“.

Der neue Holding-Chef Michael Süß hat seinen Job im Januar als Sanierer angetreten. „Im Rahmen eines aktiven Portfolio-Managements werden alle Assets angeschaut und überprüft, wie sie weiterentwickelt werden können und ob wir der beste Eigentümer sind,“ sagte er der WirtschaftsWoche.

Die Tochterfirmen der Georgsmarienhütte bauen Teile für Autos, Eisenbahnen, Schiffe und Windkraftwerke und Kräne. Alles wirkt wenig aufeinander abgestimmt. Süß musste die Tochter Weserwind, die Fundamente für Windkraftanlagen baut, im Januar sogar in die Insolvenz schicken. Wie viel Schadensersatz die Holding dafür bezahlen muss, ist offen.

Einseitige Solidarität

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Bei der Keimzelle des Großmann-Imperiums, der Georgsmarienhütte, sank von 2011 bis 2013 der Umsatz um 14 Prozent auf 632 Millionen Euro. Wie hoch er 2014 war, ist offen. „Zahlen dazu werden nicht bekannt gegeben“, heißt es.

Die IG Metall in Osnabrück sorgt sich deswegen. „Gewinne, die an die Holding fließen und zur Verlustabdeckung bei den Geschwistern eingesetzt werden, stehen für Investitionen auf der Hütte nicht zur Verfügung“, sagt der Erste Bevollmächtigte Peter Spiekermann. „Diese einseitige Solidarität ist endlich und kann sich rächen. Auch die Georgsmarienhütte ist auf Investitionen in naher Zukunft angewiesen.“

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